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Archiv: Tag „review“

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Devil’s Dare: Beat me up, Scotty

Beat ‘em ups haben etwas von Grund auf Ehrliches. Sie spielen nicht mit den Gefühlen der Menschen vor dem Bildschirm, indem sie ihnen eine langwierige Geschichte präsentieren, die sie dann am Ende selbst nicht aufzulösen wissen. Sie verlangen keine Einarbeitung in komplexe Regelwerke, sondern belohnen Können und Geschick. Sie sagen von Anfang an, was sie wollen und bleiben dann auch dabei. (…)

Door Kickers: „Achtung, Polizei!“

Dem Staat stehe ich bei der Ausübung des Gewaltmonopols eher skeptisch gegenüber. Dennoch habe ich eine gewisse Schwäche für Taktikshooter, die ausgerechnet dieses Narrativ weiterspinnen: good guys gegen bad guys, schwer bewaffnete Krieger für Recht und Ordnung gegen die anonymen Horden des Terrors. Genau dieses Thema greift Door Kickers auf. Mit einem Spezialeinheiten-Team gilt es, diverse Missionen zu bestehen: Geiseln retten, Bomben entschärfen, Terroristen ausschalten. (…)

A City Sleeps – Kugelhagel für Kopfhörer

Das “Weiße Album” der Beatles taucht bis heute regelmäßig in den Hitlisten vieler Musikgazetten auf, wenn es darum geht, die besten Alben aller Zeiten zu bestimmen. Neben dem exzellenten Songwriting der vier Pilzköpfe, hatte erstmalig auch die Abmischung ihrer Lieder einen spürbaren Anteil an der zeitlosen Wertschätzung ihrer Stücke. Erst die perfekte Ausnutzung des neuartigen Stereo-Effekts und das ausgewogene Gleichgewicht der einzelnen Instrumentenspuren schliffen diesen Rohdiamanten zu einem strahlenden Edelstein. (…)

TRI: Von Füchsen, Glitches und Befangenheit

Im Zuge des gerade an Popularität gewinnenden „Full Disclosures“ bin ich wahrscheinlich einer der ungeeignetsten und befangensten Menschen, die eine Meinung über den First-Person-Puzzler TRI haben. Wenn ich die Entwickler Jana Reinhardt und Friedrich Hanisch auf Veranstaltungen sehe, muss ich etwaige Umarmungsreflexe unterdrücken (das klappt nicht) und zu Podcasts laden wir sie auch dauernd ein (das klappt). (…)

Qora: Spiritueller und schrulliger Wanderweg

Ich stehe vor einem Hügel und betrachte bunte Pixel, die an meinem neuen Haus arbeiten. Die Arbeiten würden noch bis zum Abend dauern, informiert mich der Bauunternehmer, und beginnt, über das heutige Dorffest zu sprechen. Ich wandere gemütlich Richtung Dorf. Leute in allen Farben begrüssen mich mit Geschenken, unter anderem einer Spitzhacke und einem stilistisch fragwürdigen Pullover. (…)

Roundabout: Roadmovie in rotierender Stretch-Limo

Einst dienten Stretch-Limousinen Big Bands oder Staatsoberhäuptern als Transportmittel, sie riefen auf den Straßen Ehrfurcht und Beachtung hervor. Sie waren ein seltener Anblick, nur wenigen war die Fahrt in einem der nachträglich verlängerten Vehikel vorbehalten. Heute gibt es in jeder Kleinstadt Verleihdienste, die Stretch-Limousinen schon für ein paar Euro mitsamt chronisch genervtem Fahrer an unwürdige Junggesellenabschiedsgesellschaften vermieten. (…)

Hack ‘n’ Slash: Load it, check it, quick – rewrite it

Im Kindesalter bekämpfte ich liebend gerne meine gähnende Langeweile mit einem Schraubenzieher. Alles, was nicht mit einer Sicherheitsschraube gesichert war, zerlegte ich kurzerhand in seine Einzelteile. Meine Neugierde beschränkte sich dabei vorwiegend auf elektronische Geräte, deren Innenleben und Funktionsweise für mich so unerklärlich wie faszinierend waren. (…)

Antiquiertes, aufpoliert: Pier Solar and the Great Architects HD

Totgesagte leben länger. Geräte, deren letzte Charge längst vom Fließband gerollt ist, die von ihren jeweiligen Urhebern in die Seniorenresidenzen der Videospielindustrie und einen ruhigen Lebensbabend entlassen wurden, legen gelegentlich nach Jahren wieder eine erstaunliche Vitalität an den Tag. So auch Segas Mega Drive, das 2010 mit einem Rollenspiel-Großprojekt gesegnet wurde, das selbst die professionell entwickelte Software für das System vielfach in den Schatten gestellt hat. (…)

Reprisal Universe: Vom Glauben abgefallen

Das Allmächtige in einem Videospiel abzubilden, also in einem Korsett aus auferlegten Regeln und technischen Limitationen, das wirkte seit jeher ein wenig hölzern und unbeholfen. Gut möglich, dass dieser Umstand dazu beigetragen hat, dass seit der Etablierung dieser Spielart durch Populous, dem ersten und für manch einen auch letzten großen Wurf des Games-Münchhausen Peter Molyneux, nur wenige weitere nennenswerte Vertreter das Licht unserer irdischen Welt erblickten. (…)

The Vanishing of Ethan Carter: Wald ohne Wiederkehr

Ich kann mich an diesem wundervollen Herbstwald einfach nicht sattsehen. Die untergehende Sonne bricht durch die Blätter, in der Ferne ein kleines Dorf, ein paar umgeknickte Bäume, die den letzten Sturm nicht überlebt haben, säumen die lange nicht mehr benutzte Bahnstrecke. Und mitten drauf: Zwei abgetrennte Beinstümpfe. Privatdetektiv Paul Prospero sucht nach Ethan Carter, der in einem mysteriösen Brief um Hilfe gebeten hat – was genau auf den Ermittler wartet, wissen bei The Vanishing of Ethan Carter weder er selbst, noch der Spieler. (…)

Velocibox: Schnelle Schachtel

Die Bezeichnung für die Dinosaurier-Gattung Velociraptor setzt sich aus den lateinischen Begriffen velox (schnell) und raptor (Räuber) zusammen. Durch Steven Spielbergs Jurassic Park gelangte der Velociraptor in tricktechnisch modifizierter Form zu Berühmtheit als ebensolcher — als schneller Räuber, der sich zu allem Überfluss durch eine sadistische Grausamkeit auszeichnet. Das wäre nicht passiert, wenn er Räuber kein Räuber, sondern eine Schachtel gewesen wäre – eine schnelle Schachtel: eine Velocibox! (…)

The Golf Club: Von Einsamkeit & Entspannung auf dem Fairway

Greg Norman ist eine lebende Legende des Golfsports. Er führte 331 Wochen lang die Weltrangliste an, zweimal gewann er die Open Championship, das älteste noch ausgespielte Golfturnier der Welt. Ein Sieg bei den anderen bedeutenden Turnieren blieb Norman allerdings verwehrt, auch wenn er oft nur sehr knapp scheiterte. Über ein schlechtes Leben kann der White Shark, wie Norman aufgrund seiner weißblonden Haarpracht auch genannt wird, trotzdem nicht klagen. (…)