Superlevel

GDC 2013: #1ReasonToBe

„Why am I doing this? I founded this fucking industry you motherfuckers.“ – Brenda Romero

Das Publikum weint, klatscht, jubelt. Gerade ist das Panel #1ReasonToBe zu Ende gegangen und die GDC wurde gewonnen. Schon wieder. Diesmal aber im Namen von Gerechtigkeit, Gleichheit, Liebe und einem unglaublichen Fuck-Yeah-Panache über das Problem, das die Spieleindustrie mit Frauen, Queer- und Trans-Menschen hat.

Den Anfang macht Gamedesignerin Robin Hunicke, die an Journey mitgearbeitet hat. Hunicke erzählt von einer Taxifahrt. Der Fahrer fragt sie, was sie in San Francisco macht und sie sagt, sie ist hier für eine Spielemacher-Konferenz. Darauf der Fahrer: „Huh! Dann bist du der schärfste Nerd, den ich gesehen habe!“ Es ist ein Brüderle-Moment, aber ein bezeichnender. Frauen in der Spieleindustrie sind ein Kuriosum, etwas besonderes, alleine, weil sie Frauen sind. Das will Hunicke nicht. Sie will ernst genommen werden. Laut Hunicke sei der einzige Weg, das zu erreichen, die Spieleindustrie aktiv mitzugestalten, sie offener zu machen für Minderheiten aller Art. Hunickes Vorschläge: Eigene, inklusive Game-Jams zu veranstalten, die Bedeutung von Spielen an Außenstehende zu vermitteln und Kinder zu fördern.

„This is everyone’s game industry now“, sagt Leigh Alexander und spricht über die Notwendigkeit, Menschen eine Plattform zu geben, die sonst nur wenig Gehör in der Spieleindustrie finden. Sie will mehr Stimmen, mehr Perspektiven, die letztendlich zu besseren Spielen führen sollen. Microsoft-Gamedesignerin Kim McAuliffe spricht ein besonders großes Problem der Spieleentwicklung an: „What bothers me the most is the assumption that the player is always male.“ Jeder Spieleentwickler beginnt zunächst als Spieler, aber wenn der ideale Spieler männlich ist, dann fühlen sich Frauen (verständlicherweise) nicht willkommen.

Elizabet Sampat und Mattie Brice erzählen über ihre eigenen Erfahrungen mit der Spieleindustrie. Sampat spricht über das Minenfeld aus widersprüchlichen Verhaltensweisen, die Frauen in der Industrie beachten müssen, um ernst genommen zu werden: „Fuck the man! But be polite, be subtle!“ Sei aggressiv und freundlich, hab einen Informatik-Abschluss, aber lern am besten alles selbst, lern Leute kennen, aber lern nicht zu viele Leute kennen. Sie flucht und spuckt darauf und sagt, sie will, dass Spielemacher wie Spielemacherinnen mehr Frauen in die Spieleindustrie einführen. Mattie Brice hingegen macht auf die Schwierigkeiten aufmerksam, die Spielekultur von innen zu verändern: „My colleagues get paid jobs and encouragement for being so liberal and open, I get rape threats“, sagt sie über ihre eigene Erfahrung mit dem Schreiben über Inklusivität. Ihr eigenes Spiel Mainichi wurde von Gamedesign-Studenten feindselig als Not-Game aufgefasst, als etwas, was aus dem Rahmen von Spielen fällt während Spieler, die keinen Spielekultur-Referenzrahmen hatten, es als die interessante, erstaunliche Erfahrung verstanden haben, die es ist.

All diese vielen Missstände haben dazu geführt, dass es Brenda Romero reicht. Die Booth Babes auf der E3, die sexuell aufgeladene Atmosphäre, die schlechten Aufstiegschancen für Frauen in der Spieleindustrie. Auf Slides mit nackten Beefcake-Männermodels erklärt Romero, dass ihre Industrie besser sein sollte. Ihr Grund? Ihre zwölfjährige Tochter. Romeros Tochter hat bereits im Alter von 10 Jahren mit dem Programmieren begonnen. Ihr größter Traum ist es, zusammen mit ihrer Mutter ein Spiel zu machen. Romeros Wut weicht für einen kurzen Moment: „Please change the industry, because I want to bring my daughter and say I’m proud of where I work and I feel safe.”

Wenige Minuten später ist das Panel vorbei und die erste Publikumsfrage kommt nicht zustande:

„I wanted to ask a question, but I’m, like, crying.“

#1ReasonToBe war das wichtigste Panel der GDC.

51 Kommentare zu “GDC 2013: #1ReasonToBe”

  1. Nerdcast
    1

    Mir fehlt zwar die Kompetenz um dieses Thema superblogger-Investigativ zu behandeln, trotzdem habe ich eine Meinung.
    Nämlich das Leute wie z.B. Jade Raymond der ganzen Situation eher abdienlich sind. Wenn wir mal ehrlich sind, steht in jeder Assassin`s Creed News das Jade Raymond dies sagt und Jade Raymond jenes sagt und dies immer mit einem Bild von ihr versehen.
    Da geht es doch gar nicht um die Meinung dieser Person oder um den Informationsgehalt der News. Es wird nur darauf abgezielt möglichst viele Klicks zu generieren.
    Die Person ist nunmal eine attraktive Frau und wohl der Traum eines jeden 12 Jährigen. Warum wird so damit Hausieren gegangen, das sie eine Frau ist? Wieso muss ich mir zu jeder Assassin’s Creed News ansehen, wie mich Jade Raymond anlacht?
    Im Falle Assassin’s Creed bleibt das Spiel dadurch immernoch gleich scheiße.

    Kurze Rede, kein Sinn: Mir geht es gegen den Strich das Frauen nur auf grund das sie Frauen sind ins Rampenlicht gestellt werden. Es kann doch nicht ihr größter Verdienst sein, zwei Brüste zu haben.

    Ich habe keine Ahnung ob mein Standpunkt klar geworden ist…
    Deswegen hier ein Comic der es wohl gut zusammenfasst:
    http://bit.ly/115MLNM

    • Monoxyd
      2

      Jemand schreibt einen guten Artikel über einen wirklich bewegenden Moment auf einer wichtigen Messe einer Branche die ein ganz reales Problem hat, das da gerade aufgearbeitet wird. Und alles, was dir einfällt, ist ein Pornocomic?

      Du bist Teil des Problems.

    • Chris
      3

      Es ist dir vielleicht nicht aufgefallen, aber Jade Raymond war auch Produzentin von Assassins Creed 2. Darüber hat sie sich aber kaum noch öffentlich geäußert. Aus Gründen. Denkst du, sie hat die Bilder zu jeder News selbst dazugestellt? Da wollten vor allem die entsprechenden Magazine auf ihre Klicks kommen. Dass Raymond sich nicht einfach hinstellen kann und über ihre Spiele sprechen, so wie Molyneux, CliffyB, David Cage und wasweißichnichtwer, einfach weil sie eine halbwegs attraktive Frau ist, ist ein Problem. Aber nicht sie ist das Problem.

    • PlayStar
      4

      Jade Raymond ist definitiv nicht der Grund wieso ich Assassin’s Creed gespielt habe. Und das von Nerdcast verlinkte Comic ist widerlich.

    • Benjamin Filitz
      5

      Ja, dein Standpunkt ist klar geworden und er deprimiert mich kolossal.

      Da hat UBI eine Frau als Lead Designerin (eine der wenigen im AAA-Bereich), wieso sollte man sie nicht zu den gleichen Presseveranstaltungen schicken, wie die männlichen Kollegen?

      Dass Fotoausschnitte auf die Oberweite getrimmt werden und der erste Satz das Attribut „attraktiv“ enthält ist doch weniger ein Problem von Publisher oder Frau Raymond, als der Presse bei der Du Dich rumtreibst bzw. Deiner Wahrnehmung. In der Regel gibt sie kluge Interviews und ihre Spiele machen ein paar interessante Dinge (die mir persönlich sehr zusagen… europäische Geschichte, wohoo).
      Niemand unterstellt Cliffy B. Inkompetenz, nur weil er breitbeinig auf einem Stuhl rumflezt während er Gears promoted oder malt Pornocomics von ihm wie er Frauen befriedigt, damit sie seine Machowummenfantasie spielen.

      Und das ist doch genau das Problem was #1reasonToBe thematisiert. Dass Frauen in der Spieleindustrie systematisch ausgegrenzt und abgewertet werden. Dieser Comic den du da verlinkst ist nicht cool und lustig, sondern ziemlich widerlich und degradiert eine Frau die eines der aktuell stärksten Franchises mit entwickelt hat, zur Prostituierten. Weil sie eine Frau ist, kann es ja nicht am Spiel liegen, dass es sich so gut verkauft. Na klar.

      Kopf -> Tisch

    • Nerdcast
      6

      Aber genau das meine ich doch.
      Alles was ich sagen wollte ist das ich es nicht gut finde das Frauen, wie eben Jade Raymond, in der Presse so dargestellt werden. Der Comic sollte nur das Bild verdeutlichen das die breite Masse so bekommt.
      Nochmals: Ich bin dafür das Frauen gleich behandelt werden, in jeglicher Hinsicht.

      Ich weiß ganz genau warum ich sonst nie was zu größeren Themen schreibe.
      Da ich nicht besondest gut bin Texte zu schreiben, kann es falsch verstanden werden.

    • Monoxyd
      7

      Oh, Mann. Ja, du solltest wirklich noch mal ein bisschen feilen. Das klingt alles sehr missverständlich.

    • Anjin Anhut
      8

      „Der Comic sollte nur das Bild verdeutlichen das die breite Masse so bekommt.“

      -Die breite Masse bekommt dieses Bild genau wegen deinen Comments, deinen gescharten Comics, und deine total kaputten Perspektive, was „Gleichbehandlung“ ist und wie die schlichte Anwesenheit einer attraktiven Frau dich und deine breite Masse völlig unfähig macht and den Brüsten vorbei auf die Person und ihre Kompetenzen zuschauen…

      Du bist so unfähig die Person hinter den Brüsten wahrzunehmen, dass du sogar denkst die Frau steht da nur damit du ihr auf die Brüste starrst… und dafür verdient sie sogar noch lächerlich gemacht zu werden und ach ja unfair gegenüber Menschen ohne Brüste (die benachteiligen Männer) ist das wohl auch.

      Sobald du einfach aufhörst Frauen wegen ihres Geschlechts besonders zu beurteilen und besonders zu beurteilen warum es wohl Fotos von ihr gibt… ..dann hört auch sofort dieses Gefühl auf, das Frauen besonders behandelt werden. Wie Magie.

      Plötzlich ist eine Jade Raymond nix anderes als ein Tim Schaefer oder ein Cliffy B, Peter Molyneux, Hideo Kojima, Shigeru Miyamoto, Rod Fergusson, Rady Pitchford oder einer der anderen Brüstlosen, die auch ihre Gesichter an viele ihrer Pressrelease und Interviews für die Spiele hängen.

      Check mal was.

    • Fabu
      9

      Ruhig Blut, Freunde. Ich glaube tatsächlich, dass Nerdcasts Zeilen nicht wirklich das gut widerspiegeln, was er sagen wollte. Auf ihn verbal einzuprügeln ist dann auch nicht besonders konstruktiv. ;-)

    • Petra

      (Mal so nebenbei: Jade Raymond hatte mit dem Design von AC bestenfalls marginal zu tun, Lead Designerin ist also Unsinn, die Frau ist Producer bzw. inzwischen Managing Director.)

      Den Anfang der Positionierung von Miss Raymond als Aushängeschild für AC bitte nicht bei den Spielern und bei der Presse suchen. Ubisoft hat damit begonnen: „Schaut, unser Spiel wird von einer gut aussehenden Frau produziert. Und die halten wir jetzt zu jeder sich bietenden Möglichkeit in die Kamera.“ Was Jade Raymond, wenn mich nicht alles täuscht, nach einer Weile übrigens zurecht gehörig auf die Nerven gegangen ist.

      Ich verstehe den „Porno-Comic“ als satirischen Beitrag zum von Ubisoft lancierten Jade Raymond-Hype von damals und zu den Reaktionen von Spielern und Presse darauf. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur seltsam.

  2. Onkel Erika

    Vielen Dank für den wirklich guten Bericht und vielen Dank für die Antworten auf den strunzdummen ersten Kommentar.

    Wird es die GDC-Panels auch zum Nachschauen als Videos geben?

  3. Smyg

    Was ich mich bei solchen Kommentaren immer frage ist: Wie alt sind solche Leute? Gab es vielleicht in einer Zeit zwischen 90-2005 keine bekannten weiblichen Entwickler und es konnte keine Domestizierung stattfinden?
    Als Kind der c64/Amiga Ära sind mir grad im Adventurebereich einige weibliche
    Topentwickler bekannt denen wir großartiges verdanken (Rainbird, Infocom, Sierra) Und auch aus dem Queerbereich kam Einiges, man denke nur an das großartige MULE.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dan_Bunten

    • Benjamin Filitz

      Hmm, spannende Überlegung.
      Wenn ich so nachdenke, hat sich z.B. Roberta Williams fast vollständig aus meiner Erinnerung verflüchtigt, dabei stand sie in meiner Wahrnehmung mal völlig selbstverständlich neben Gilbert und den anderen Adventure-Helden meiner Kindheit.
      Da muss irgendwo ein Punkt gewesen sein, an dem man (ich) sich auf die Miyamotos und Molyneuxe konzentriert hat und vergessen hat, dass man Entwicklerinnen auch schon mal mit einer gewissen Selbstverständlichkeit betrachtet habe.

    • Holger

      Hihi. Ausgerechnet Roberta Williams hat sich bei mir für immer als „die Nackte auf dem Cover von Softporn-Adventure“ ins Gedächtnis gegraben. Aber damals stand ich auch in der Blüte der Pubertät, da darf man wohl ausnahmsweise mal so über Frauen denken.

  4. Smyg

    Du bringst es besser auf den Punkt als Ich…
    „Wie kann man für etwas eintreten was mal selbstverständlich war,
    und was hat zu dieser Änderung geführt?“

    Hätte ich echt gerne gute Antworten drauf, ist ja eindeutig eine Rückentwicklung…

  5. judas3000

    Das Phänomen ist aber nur nicht Spieleindustrie spezifisch, das lässt sich quer durch die Kultur beobachten. Ob in Musik, Film oder Wissenschaft. Am allerschlimmsten ist Klassische Musik oder kennt jemand eine andere Komponistin als Clara Schumann (die auch mal gespielt wird).
    In den Pioniertagen arbeiten Frauen ganz normal in einem Bereich. Sobald es aber zu einer Industrie wird, müssen Frauen sich die Frage anhören wie man sich als Frau den so fühlt in einer Männerindustrie und dann wird’s schnell scheiße. Ich nehme als Beispiel immer gerne Hip-Hop, kaum einer kann sich noch erinnern das es zu Anfangstagen fast so viele weibliche wie männliche MC’s gab.

    Das Problem bei beiden (Hip-Hop und Games) ist das es inzwischen eine Industrie ist die sich auf pubertierende Jungens eingeschossen hat, während zu Anfangszeiten es solche Dinge wie Zielgruppen nicht relevant sind. Und das unschöne daran ist das es aus Industriesicht sogar Sinn macht, denn Spiele die das nicht machen verkaufen sich auch nicht so gut. (ich nenne hier nur mal Beyond Good & Evil).

    Und da wir hier ja wichtige Frauen die Spielindustrie ehren, nominiere ich: Anita Sinclair.

  6. Holger

    Nur mal so interessehalber. Hat die Frau eigentlich was mit John Romero zu tun?

  7. Markus

    Sexismus und Homophobie sind ja bekanntermaßen Probleme der gesamten Gesellschaft und betreffen nicht nur die Spielebranche. Bekannt sind beispielsweise auch die Debatten über homosexuelle Spieler in Bundesliga-Vereinen, die es ja statistisch eigentlich geben muss, von denen sich aber aus leider nur allzu gut nachvollziehbaren Gründen niemand outet.

    Die Spielebranche selbst hat sich allerdings in den letzten zwanzig Jahren von einer mehr oder minder öffentlich unbeachteten Randerscheinung zu einem riesigen Wirtschaft entwickelt, die zwangsläufig auch lauter und öffentlichkeitswirksamer in Erscheinung tritt. Es hat den Anschein, dass sich dabei der Geist einer Männergesellschaft, die sich nach wie vor gerne als exklusiver Kreis sieht (siehe Arschlochgamer), nur noch potenziert hat. Ich bin mir sicher, Roberta Williams durfte sich zu Sierra-Zeiten in den Taxis dieser Welt keine schlaueren Sprüche anhören als Robin Hunicke heute, nur, dass es damals blöderweise vermutlich kein Medium gab, das freiwillig über sowas berichtet hätte.

    Es ist super, dass das Thema in der Spielebranche inzwischen überhaupt diskutiert wird – das allein ist schon ein Fortschritt. Dennoch ist der Status Quo freilich beklagenswert und zum heulen. Ich fände es übrigens super, wenn sich auch mal ein Spiel aus dem AAA-Spektrum inhaltlich dem Thema widmen würde.

    • Anjin Anhut

      Wer sich Magazine aus den Anfängen der Gamesbranche, also rund 1980 anschaut, stellt fest, dass es sich damals um einen reinen Zweig der Computer-Technik-Berufe (nicht Unterhaltungsmedien) handelte, die gesellschaftlich auch stark männerdominiert waren.

      Mann musste programmieren können um überhaupt zu spielen.

      Da die Ideen Frauen-und-Technik-Karriere in den 70gern/80gern nicht so ne Sache waren, richteten sich die frühen Medien und was es so an Werbung gab eher an ein männliches Publikum, da es für Frauen wenig Zugang zu Computertechnik in ihrem Werdegang gab.

      In 1982 kann man dann beobachten, das Spiele zum Unterhaltungsmedium mutierten und popkulturell relevanter wurden. Wärend also die Arcades über das Land schwemmen und Spiele mit Film- und Cartoonlizenen rauskommen, hat sich bereits ein männerdominiertes Hauptpublikum etabliert, dass dann auch im Fokus der Werber liegt.

      Exklusiv männerorientiertes Marketing, Grenzen zur Industry und Sexismus gab es schon immer. Diesen „Rückschritt“ von dem hier gesprochen wird gab es nicht. Video Spiele waren nie frauenfreundlich. Die Frauen, die hier als postiv bEispiel aufgezählt sind, sind nicht representativ für die Industry ihrer Zeit gewesen, sie sind (beeindruckende) Ausnahmefälle, die es geschafft haben sich einen Namen zu machen TROTZ ihres Geschlechts.

      Wir haben nur das Gefühl, dass es zur Zeit besonders männerclubmiefig riecht in Games, weil Games einfach grösser, lauter und presenter geworden sind und wir langsam Anfangen mehr mit dem Finger drauf zu zeigen, nicht weil es einen Rückschritt gab.

      So ein wenig wie zum Zahnarzt gehen, kaputt waren die Zähne schon immer, aber jetzt wird gebohrt und gezogen. Eigentlich ganz okay wie es gerade läuft.

    • Markus

      „Exklusiv männerorientiertes Marketing, Grenzen zur Industry und Sexismus gab es schon immer. Diesen ‚Rückschritt‘ von dem hier gesprochen wird gab es nicht. Video Spiele waren nie frauenfreundlich.“

      Nur so als Verständnisfrage: Nichts anderes habe ich doch behauptet?

    • Anjin Anhut

      Yup, passt. Sorry, wollte dich garnicht richtig stellen.

    • Chris

      „Da die Ideen Frauen-und-Technik-Karriere in den 70gern/80gern nicht so ne Sache waren, …“

      Anmerkung: Gerade Computer Science war zu Beginn kein stark männerdominiertes Feld war. IBM hat noch bis in die 60er/70er überwiegend Frauen als Programmierer eingestellt. Musterbeispiel dafür ist Frances Allen.

      Das änderte sich erst mit der Einführung der entsprechenden Studiengänge, die von Frauen weniger stark frequentiert wurden, aber zunehmend wichtig wurden, um eine Anstellung in diesem Feld zu bekommen. Fran Allen und ihr Jahrgang waren im Gegensatz dazu noch vor allem Quereinsteiger, mit Abschlüssen in Mathematik etc.

      • Anjin Anhut

        HEy, Chris. Spanned, das schau ich mir mal genauer an.
        Cheers.

    • Scheinprobleme

      Ähm Chris, soweit ich weiß, waren diese „Programmiererinnen“ bloß billige Aushilfskräfte die eben einfach irgendwelche Dinge abtippen mussten. Es ging darum bewusst „einfache“ Arbeiterinnen anzustellen, um nicht wertvolle Mitarbeiter dafür zu verschwenden. Programmiererin klingt zwar toll, sah aber zu Lochkartenzeiten noch ganz anders aus. Leider.

    • Chris

      In den 50ern, in Bletchley Park etc. war das ganz sicher so. Aber später? Fran Allen hat ihren Turing Award schon nicht umsonst.

      Ich bin darauf überhaupt nur gekommen, weil ich vor kurzem „coders at work“ gelesen habe, mit einem längeren Interview mit ihr, das dieses Thema am Rande eben auch anschneidet. Wenn jemand zu der Entwicklung in diesem Bereich noch detailliertere Infos findet, wär ich daran sehr interessiert.

      Allen, in „coders at work“ über das Arbeitsumfeld für Frauen: „In 1970, I was 19 years into a career that was just full of fun and opportunity. I never saw myself as advancing, but I felt I had the freedom to do what I felt was right und to work on interesting things in roles that I would enjoy. And I came back [zu IBM Research] and found out that wasn’t the case. … The management structures had changed and decision-making had become much more formal. And the number of women had changed and the position of women in the organization had significantly changed, and not for the good. I was not happy about it, obviously.“

  8. ich bin dorfi

    Interessiert mich alles irgendwie nicht. ich will einfach nur zocken- ihr doofis.

  9. smyg

    @Anjin

    nunja, vielleicht neigt man da wie bei alten Games etwas zum glorifizieren…

    aber was ich damit auch sagen wollte war, das mir dieses Problem vor der
    Berichterstattung der letzten 3 Monate gar nicht so aufgefallen ist..ich hatte wirklich den Eindruck es werden mehr Mädels etc.in der Gamingwelt und das Sexismusproblem betrifft 14 Jährige die sich (wie die Idioten) in Foren austoben bis Ihnen das Leben(echte Frauen) auf die Finger haut…

    • Anjin Anhut

      Yo, das war auch deutlich weniger auffällig. Wie gesagt, war aber immer da.

      Was sich allerdings deutlich anders entwickelt hat und sich villeicht wie ein Rückschritt anfühlt, ist die Aggression gegen Frauen. Das Thema Sexismus wird halt jetzt in Angriff genommen und da werden viele Leute defensiv oder fühlen sich selbst angegriffen.

      Frauen werden jetzt presenter in der Industrie und aktiver eingebracht, dass fühlt sich für einige „bevorzugend“ an.

      Viele Marketingleute versuchen diese Strömungen aufzugreifen und meinen mit bewusst provokativen Kampagnen die Sympathie der nun verunsicherten Herren zu gewinnen. usw.

      Das ist schon tatsächlich krasser geworden und auch häufiger, … Bohren und Ziehen.

  10. smyg

    Ändert sich aber auch gleichzeitig grade wie es aussieht!

    frohe Ostern!

  11. Robert

    Kurz gesagt: „Ich kann dem Thema nichts abgewinnen.“

    Man muss heutzutage natürlich kein Informatik studieren, wenn man Spiele erstellen möchte aber es kann ungemein hilfreich sein. Wenn aber der Frauenanteil (zu meiner Zeit) bei max. 5% lag, dann bleibt es nicht aus, dass sich sowas auch in der Personalbesetzung in der Spieleindustrie widerspiegelt.

    Selbstverständlich ist es berechtigt, wenn Frauen sich über eine männerlastige Branche beschweren. Allerdings bin ich es leid, das der Adressat mal wieder der männliche Bevölkerungsanteil ist. Frau sollte sich mal lieber selbst fragen, warum sich so wenig Frauen für die Informatik oder allgemein auch technische Berufe interessieren. An den Einstiegshürden kann es kaum liegen. Allein wegen der Quote stehen die Chancen für Frauen beim Berufseinstieg sehr gut.

    Und mit Sexismus hat das in den wenigsten Fällen was zu tun. Wenn ein Taxifahrer Robin Hunicke als sexy Nerd bezeichnet, dann war er wohl nicht hübsch genug, als das sie es als Flirt akzeptiert hätte. Egal wie man es dreht, in dieser Situation steht Mann immer auf verlorenem Posten.

    • judas3000

      Na ja, hier ging’s ja bis jetzt ums Aufzeigen der Probleme und nicht um Schuldzuweisung. Und im Artikel geht es um Probleme im Produktionsalltag und nicht um Berufseinstiegsprobleme.

      Aber wenn Du „als Mann“ Schuld sein willst halt ich dich nicht auf.

    • Anjin Anhut

      Ja, eigentlich hat der Judas das schon gut auf den Punkt gebracht. Allerdings würde ich dich gerne aufhalten dich als Mann Schuld zu fühlen.

      Das Problem liegt hauptsächlich beim Verhalten der Männer – was nicht heisst dass ich Frauen hier von ihrer Verantwortung freisprechen möchte. Jedoch sitzen die Männer an den grösseren Hebeln um die Situation für alle zu verbessen, Sie dominieren die Kultur und könnten rein praktisch am einfachsten die Kultur öffnen.

      Dafür ist wichtig, dass man aufzeigt wo die Männer die Kultur weiterhin zu halten, z.B. wenn eine Game Designerin sich nicht über Spiele – ihren Interessen und Kompetenzen – unterhalten kann, sondern ihr Gegenüber das Gespräch aufgrund ihres Geschlechts auf ihre Vögelbarkeit lenkt.

      Das ist halt sexistisch. Dafür muss man dem Taxifahrer keine „Schuld“ geben oder ihn zum Frauenhasser erklären. Es muss auch nicht respektlos gemeint sein, wie du sagst: Flirtversuch. Aber er hat sich sexistisch benommen. Nette Absichten und sexistisches Verhalten schliessen sich überhaupt nicht aus.

      Anstatt jetzt über den „Verlorenen Posten“ der Männer zu heulen, nimm einfach mal war, für wen es technisch am einfachsten ist die Kultur positiv zu beeinflussen. Anstatt die gegen Schuldzuweisungen zu wehren, die es eigentlich gar nicht gibt und die vor dem Begriff sexistisch zu fürchten, nimm doch einfach mal an, wenn dir aufgezeigt wird, wo du weniger Probleme machen kannst.

      PS: Lass dir von jemandem der seit fast 4 Jahren Ausbilder für Game Design und Game Art ist sagen: Die unnötigen Einstiegshürden, die Jungs für Mädels aufbauen sind immens. Eine gesetzliche Quote sorgt nicht dafür, dass du eine faire Chance bekommst.

      Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

    • Anjin Anhut

      Arrhhrhhhhrhhhrh, wieso kann ich meinen Kommentar nicht noch wenigstens einmal editieren!??!?!?!? Stupid typos!!

  12. Asamak

    Weder heule ich um verlorene Posten, noch gedenke ich mich schuldig zu fühlen.

    Wer wird wohl gemeint sein, wenn man man eigene Jams fordert und sich über männliche Avatare beschwert? Glaubt ihr den ernsthaft das ändert sich, wenn z.B. EA einen weiblichen CEO bekommt? Zum Schluss wird für die Zielgruppe produziert, bei der man den meisten Profit erwartet. Aber selbst wenn es dann mehr frauenkonforme Spiele gäbe, ändert das nichts am Arbeitsklima. Den „Sexismus“ gibt es, auch wenn in anderer Form, ebenso in frauendominierten Branchen. Dieses Problem lässt sich nur durch eine ausgeglichene Geschlechterverteilung lösen. Alles andere sind Symptombehandlungen.

    Insofern ist der Aufruf von Elizabet Sampat, mehr Frauen in die Branche einzuführen, der sinnvollste Vorschlag. Dazu muss man aber andere Fragen stellen. Wieso interessieren sich so wenig Frauen für die Branche und was kann man daran ändern?

    • judas3000

      ja, es ist halt nur so das das hier keiner gefordert hat. Was Du auf „eigene Jams“ verkürzt, heißt eigentlich „Eigene, inklusive Game-Jams zu veranstalten, die Bedeutung von Spielen an Außenstehende zu vermitteln und Kinder zu fördern“ und das scheint mir doch genau auf das zu zielen was Du auch als Lösung siehst, mehr Frauen für die Branche zu interessieren. Aber das wird halt nicht magisch morgen passieren, da muss halt ein bisschen rumprobieren werden und da wird es auch keine Universallösung für geben.

    • Dennis Kogel

      Das „Warum“ hat ja einige Faktoren.

      1. Bevor Spieleentwickler Spieleentwickler werden, sind sie erst einmal Spieler. Wenn Spiele mit aller Kraft betonen: „Das ist nicht für Euch, Mädchen!“ (und das tun sie jedes Mal wenn angenommen wird, dass es nötig ist Kameras diese eine Extrasekunde zu lange auf Brüsten und Po von sonst meist sehr unwichtigen weiblichen Figuren zu halten – also in so gut wie jedem AAA-Spiel)

      2. Es ist nicht allzu geil in der Spieleentwicklung zu arbeiten. Die meisten Angestellten bei großen Firmen haben wenig Einfluss auf die Richtung eines Projekts, sind schlecht bezahlt und müssen irrsinnige Überstunden arbeiten. Das betrifft selbstverständlich genauso Männer und das würde vielleicht alles noch klargehen wenn nicht:

      3. Es ist nicht allzu geil eine Frau in der Branche zu sein. Obwohl es mehr und mehr ein Bewusstsein dafür gibt und auch Firmen wie EA sich offen und betont anti-sexistisch in ihrer Company Culture geben, gibt es genug Spielefirmen wo das nicht der Fall ist. Wo es unangenehm ist, eine Frau zu sein, wo Frauen nicht ernst genommen werden und mehr arbeiten müssen für weniger Geld, um dann bei Beförderungen übersprungen zu werden.

    • Asamak

      @Judas3000 und was ist an meiner Verkürzung verkehrt? Man darf ja auch mal fragen, wo an etablierten Jams das Problem liegen soll. Mir ist da bisher noch kein einziger Fall von Diskriminierung zu Ohren gekommen. Falls aber die Auffassung besteht, dass Frauen nur durch eigene Jams angesprochen werden können, so soll es so sein. Auch wenn es sich eher nach Extrawurst anhört, als nach Gleichbehandlung. Man stelle sich mal vor, was es für einen Aufschrei gäbe, wenn jemand eine reine Männer-Jam veranstalten würde.

      @Dennis. Auch das Fernsehen betont bei jeder Gelegenheit: „Das ist nicht für Euch, Mädchen!“. Trotzdem schauen so ziemlich alle Frauen fern. Und auch dort möchten Frauen lieber Waschbrett- anstatt Bierbäuche sehen. Freilich sind einige Filme bei Frauen beliebter als andere. Das gilt aber auch bei Spielen. Das es weniger AAA Titel für Frauen gibt, liegt womöglich auch daran, dass der Industrie diese Zielgruppe noch nicht groß genug ist.

      Was die schlechten Arbeitsbedingungen betrifft, so hast du das Gegenargument bereits selbst genannt. Auch Männer leiden unter diesen Zuständen. Trotzdem gibt es mehr Männer als Frauen, die bereit sind diesen Job zu erledigen.

      Dein dritter Punkt, sorry, ist ein Totschlagargument. Wenn meine Arbeit von meinem Arbeitgeber nicht ernst genommen wird, wozu mach ich sie dann? Wenn ich auf der Arbeit aufgrund meines Geschlechts gemobbt oder belästigt werde, dann muss ich reagieren. Geschlechtergleichstellung ist ein aktuelles Thema und keine Firma will und kann sich so einen Shitstorm erlauben.
      Wenn das das größte Problem wäre, würden wir regelmäßig über Branchenaussteigerinnen hören. Tun wir aber nicht. Wir hören immer nur, dass es grundsätzlich zu wenig Frauen in der Branche gibt.

    • Benjamin Filitz

      – Selbst wenn man eine reine Frauenjam macht (was ja nicht der Vorschlag war), wo ist das Problem? Es geht ja darum eine Gruppe anzusprechen, die radikal unterrepräsentiert ist und die Sichtbarkeit und Beteiligung dieser Gruppe zu erhöhen. Eine inklusive Jam ist ja nicht automatisch die Behauptung, dass man auf anderen Jams gleich begrabscht würde. Aber Spielejams die zu 90+% von heterosexuellen weißen Männern dominiert werden sind eben nicht besonders einladend für andere Gruppen.

      – „Das es weniger AAA Titel für Frauen gibt, liegt womöglich auch daran, dass der Industrie diese Zielgruppe noch nicht groß genug ist.“
      Frauen stellen 50+% der Bevölkerung. Die Zielgruppe ist also im Idealfall genau so groß, wie die männliche.
      Und ‚weniger AAA Titel für Frauen‘ ist ein harter Euphemismus für annähernd 0. Selbst bei den Rollenspielen die weibliche und männliche Haupfiguren ermöglichen (Mass Effect z.B.) hat man mit den ganzen halbnackten Rüstungen doch eindeutig die Männer als Zielgruppe im Blick.

      – „Wenn ich auf der Arbeit aufgrund meines Geschlechts gemobbt oder belästigt werde, dann muss ich reagieren. “
      Das wäre ja alles total einfach, würde nicht viel dieses Mobbings/Diskrinierung/Sexismus als ganz normales Verhalten abgetan. War ja nur ein Flirt etc. Wir leben in einer Gesellschaft die ernsthaft darüber diskutiert, ob das Brüderle-Dings irgendwie OK war.

    • Anjin Anhut

      @Asamak: „Auch wenn es sich eher nach Extrawurst anhört, als nach Gleichbehandlung.“

      Diese Extrawurst ist notwendig zur Gleichbehandlung. All die Extraaufmerksamkeit, die Frauen bekommen, liegt daran, das Frauen zur Zeit arg benachteilig sind. Da herrscht ein Ungleichgewicht und um Gleichgewicht zu erreichen, muss man sich halt jetzt gezielt und die benachteiligte Seite kümmern.

      Deine ganze Argumentation funktioniert nur und ausschliesslich wenn man nicht akzeptiert, dass es ein Ungleichgewicht gibt. Alles was du sagst ist „Aber Männer doch auch…“ Nee, Alter, eben nicht. Männer nicht auch.

      „…was für Aufschrei es gäbe, wenn Männer sowas…“ Ja, natürlich, wir Männer sind ja auch die, die sich – anscheinend ohne dass du das merkst – in so gut wie allen gesellschaftlichen Belangen, die grössten Stücke von Kuchen gesichert haben. Natürlich verdient dass einen Aufschrei (dass du dieses Wort hast einfliessen lassen spricht auch Bände).. wenn das übergewichtige Kind beleidig tut, weil dass untergewichtige Kind mehr zu essen bekommt.

      Und das obergeilste ist der bahnbrechende Sexismus in deiner Denke: „Den Frauen geht es genauso wie Männern, aber irgendwie machen Männer etwas aus ihrer Situation und Frauen nicht.“ oder anders „Frauen geht’s es genauso wie Männer, aber irgendwie jammern die viel mehr rum als Männer und meinen uns Männer immer angreifen zu müssen.“

      Das ist so traurig, nicht zu erkennen wer man ist und wo man steht, wie andere im Verhältniss zu einem stehen. Und damit sich von gesellschaftlichem Fortschritt benachteiligt fühlen. Ich möchte echt nicht mit dir tauschen wollen.

      Und das ist das letzte was ich für diesen bemitleidenswerten Männerrechtlerkram schreiben werde, da ich jetzt nur noch Äusserungen der Wut von mir geben kann.

      Ohne Flachs, bin raus und stöbere jetzt in den anderen Artikeln von Dennis, die ich ein wenig entspannt konsumieren kann.

    • Anjin Anhut

      Wenn der Mod, den letzen Komment von mir rausnehmen möchte verstehe ich das. War durchaus etwas aufgeladen die Stimmung beim Schreiben. Cheers.

    • Asamak

      @Benjamin: Zwar sind 50% der Bevölkerung weiblich aber der spielende Anteil ist deutlich kleiner. Als AAA Titel fällt mir spontan Die Sims ein. Und dank 3D Technik muss oft nicht mehr zwischen weiblicher und männlicher Rüstung unterschieden werden. Bei Saints Row kannst du deinem Kerl auch ein Kleid anziehen oder umgekehrt. Wobei ich eher nicht glaube, dass das als Frauentitel durchgehen würde.

      @Anjin: Ja, meine Argumentation und Wortwahl war wohlüberlegt. Vielleicht ein wenig zu provokant für eine Diskussion, bei der man sich nicht gegenübersitzt. Mir fällt allerdings auf, dass bei der ganzen Debatte Gegenargumente höchst unerwünscht sind.

      Auch du verdrehst das Bild, indem du vom dicken und dünnen Kind redest. Es sind aber die vielen und wenigen Kinder, die alle gleichviel Hunger haben. Du gehst davon aus, dass die kleine Gruppe anwachsen wird, wenn man das Essen umverteilt aber an technischen Hochschulen werden Frauen schon seit Jahren gefördert, um mal den Vergleich zu verlassen, ohne das es eine nennenswerte Steigerung der Frauenquote nach sich gezogen hat.

      Ihr werft euch mächtig ins Zeug für das weibliche Geschlecht aber könnt mir die Doppelmoral doch nicht erklären. Wieso schauen sich Frauen Germanys Next Top Model an, obwohl da nicht mit nackter Haut gegeizt wird. Bei einem Computerspiel wird das hingegen sofort als Sexismus ausgelegt.

      Zugleich zeichnet ihr hier ein Frauenbild, dass mit dem meinen wirklich nicht übereinstimmt. Ihr stellt Frauen als schwache Wessen dar, die ohne Extraaufmerksamkeit und Förderung nicht in der „Männerwelt“ bestehen können. Die nur aufgrund Ihrer Weiblichkeit einen Job bekommen, Arbeiten zweiter Klasse ausführen müssen und sich permanent sexuellen Belästigungen ausgesetzt sehen.

      Ich hingegen behaupte, dass wir diese Entwicklungsphase längst hinter uns gelassen haben. Viele der Probleme, die auf der #1ReasonToBe vorgetragen wurden würden sich von alleine Erledigen, wenn es mehr Frauen in der Branche geben würde. Es wird aber nicht hinterfragt, wieso es so wenig weibliche Brancheneinsteiger gibt. Das es hier ein Ungleichgewicht gibt, sieht man doch schon in den Hochschulen und Ausbildungsstätten. Selbst in der Indieszene, in der es quasi keine Einstiegshürden gibt, sind Frauen nur sehr selten anzutreffen. Wer nun einfach die Sexismuskarte zückt, weil man damit heutzutage ja nicht falsch liegen kann, löst keine Probleme sondern lenkt den Blick lediglich in die falsche Richtung.

    • judas3000

      Ach, wo soll ich anfangen, am besten mit damit das ich es langsam müßig werden jeden Post mit „keiner hat behauptet“ oder „im Artikel steht nicht“ zu beginnen. Schön das Du uns eine Doppelmoral vorwirfst, die wir dir noch erklären sollen, zu einem Thema was keiner von uns auch nur ansatzweise erwähnt hat. Und das wir Frauen als schwache Wesen darstellen was ebenfalls nicht stimmt. Was wir stattdessen sagen ist das ein Ungleichgewicht besteht, ich würd mal sagen das ist eine komplett andere Aussage.

      Zweites scheinst Du weiterhin davon auszugehen das sich Informatikstudiengänge magischen zu Hälfte mit Frauen füllen ohne das da irgendwelche Basisarbeit für geleistet werden muss. Das zeigt um ehrlich zu sein eine enorme Unkenntnis darüber wie sozial Veränderungen stattfinden.

      Und letztlich finde ich es ja immer gut wenn Männer die Gleichstellung für abgeschlossen erklären (ich gehe zumindest mal davon aus das Du das mit „Entwicklungsphase hinter uns gelassen“ meinst), obwohl Frauen im Schnitt für die gleiche Arbeit immer noch weniger Lohn bekommen und die EU auch immer noch droht Deutschland zu einer Quote zu zwingen wenn die sich nicht endlich mal um das Frauenverhältnis in Führungspositionen bemühen.

      Ansonsten schließe ich mich Anjin an und bin an der Stelle raus, da geh ich doch lieber zu Zahnarzt.

    • Iris

      „Zwar sind 50% der Bevölkerung weiblich aber der spielende Anteil ist deutlich kleiner.“

      Ja, stimmt. Deutlich kleiner. Nämlich 47%.

      „Forty-seven percent of all players are women, and women over 18 years of age are one of the industry’s fastest growing demographics.“

      Bitte einmal kurz googeln, bevor du auf Hören-Sagen und Vermutungen deine Argumente aufbaust.
      http://www.theesa.com/facts/gameplayer.asp

    • Asamak

      @Iris. Danke für den Link. Das die Geschlechterverteilung schon so ausgeglichen ist war mir nicht bewußt. Das bedeutet aber auch, dass die Gamingindustrie nicht soo viel falsch macht, wenn sich immer mehr Frauen fürs Spielen begeistern.

      @Judas3000. Das sich die Informatikstudiengänge NICHT magischen zur Hälfte mit Frauen füllen, ist mein Argument seit meinem ersten Post in dieser Diskussion. Das du mir das nun entgegenhälst, zeigt eher das du meinen Argumenten nicht folgen willst oder aufgrund deiner festgefahrenen Sichtweise vielleicht gar nicht folgen kannst.

      Im Übrigen habe ich nichts gegen eine Quote. Ich bezweifle aber das die Quote für Führungspersonal irgendeine Auswirkung auf den Frauenanteil in Informatikstudiengängen haben wird.

    • judas3000

      Würdest Du die Kommentare auf die Du antwortest auch lesen, anstatt dir deine Argumentation kontinuierlich aus dem Arsch zu ziehen, wäre dir sicherlich aufgefallen das ich mich damit auf eine vorherige Antwort von mir beziehe, es kann also kaum die Rede davon sein kann das ich plötzlich ein Argument gegen dich drehe (ich hatte das Wort „weiterhin“ als kleinen Hinweis auf diese Tatsache in den Satz eingebaut). Mal abgesehen davon das Du den zweiten Teil das Satzes anscheinend überlesen (oder ignoriert) hast.

      Was das Folgen deiner Argumente angeht hab ich der Tat einige Probleme mit, aber ich versuch es mal: „Frauen wollen einfach nicht Informatik studieren“, richtig? Wenn dem so ist glaube ich nicht das wir hier auf einen Punkt kommen.

      Im Übrigen, ich weiß ja nicht wie Du das siehst, aber an mir geht die Ironie nicht vorbei das sich hier zwei Männer über die Konzeption einer Frauenbewegung unterhalten.

      Insofern ist dies nun definitiv mein letzter Kommentar zu diesem Thema. Du hast das letzte Wort, mach uns alle stolz.

    • Asamak

      Eigentlich wollte ich aufgrund deiner ausufernden Wortwahl nichts mehr dazu schreiben aber andererseits will ich mir hier auch nichts in den Mund legen lassen, was meiner Überzeugung nicht entspricht.

      > “Frauen wollen einfach nicht Informatik studieren”, richtig?
      Falsch.
      Das ist eine typische Männerantwort zu dem Thema aber nicht meine Meinung. Eine sinnvolle Antwort darauf können vermutlich nur Frauen geben. Vermutlich ist das Kind zum Zeitpunkt des Studiumantritts bereits in den Brunnen gefallen und der Hebel für den kulturellen Wandel muss schon viel früher angesetzt werden. In der Erziehung und der Schulzeit. Daher laufen auch die Bemühungen der Hochschulen ins Leere.

      Statt dessen wird meist nur Flickwerk an den Sympthomen betrieben, die sich aufgrund einer ungleichen Geschlechterverteilung im Berufsleben ergeben. Dieses Flickwerk hilft vielleicht einer kleinen Gruppe an Betroffenen, lößt aber auf lange Sicht nicht das eigentliche Problem. DAS ist meine Kritik.

  13. judas3000

    Klar darf man fragen. Allerdings steht im Text nichts von einen reinen Frauen-Jam (außer Dennis hat sich vertippt und meinte exklusiv nicht inklusiv). Selbst wenn sähe ich da kein Problem drin, es ist ja nicht so als würde da jemanden was durch weggenommen werden.