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Archiv: Tag „review“

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Alles was man tut, ist Loot: Adventure Manager

Ich hasse es, das zuzugeben, aber… Ich liebe Loot. Jetzt ist es raus. Ich bin ein Loot-Liebhaber, nein, sogar ein -fanatiker. Ich finde diese Momente, in denen ich mir das eingestehen muss, unglaublich peinlich – aber dennoch ist es so, und Verleugnen hat keinen Zweck. Loot einzusammeln, es in die Kategorien ‘Brauchbar’ und ‘Unbrauchbar’ zu sortieren, es geschickt anzuwenden oder gewinnbringend zu verkaufen, all das sorgt in Adventures wie auch in RPGs für einen Satisfikationsmoment in mir. (…)

Zum Heulen: Woolfe – The Red Hood Diaries

Wenn es ein Genre gibt, das dazu einlädt, “dark and gritty” neuinterpretiert zu werden, dann sind es wohl Märchen. Mit ihren klaren Grenzen zwischen gut und böse sind sie selbst schon so überzeichnet, dass es ein Leichtes ist, das Szenario einfach noch etwas weiter zu überspannen. Videospiele haben sich immer wieder bei diesem Material bedient, zum Beispiel das auf der Comicreihe Fables basierende The Wolf Among Us oder American McGee’s albtraumhafte Umsetzung von Alice im Wunderland. (…)

Ein Königreich für einen Weg: SwapQuest

Mit SwapQuest von Rebusmind ist vor gut anderthalb Wochen ein iOS-Titel erschienen, von dem ich kaum die Finger lassen kann. Viel zu viel Spaß macht mir das Konzept, welches sich aus der gelungenen Symbiose aus dem Puzzle- und dem RPG-Genre speist: Statt den eigenen Charakter direkt zu steuern, muss dessen Weg durch das Auswechseln von einzelnen Richtungsfeldern ständig erweitert und neu erfunden werden. (…)

The Marvellous Miss Take: Ein Heist sie zu knechten

Gestatten: Take. Miss Sophia Take. Sollten Sie ein Liebhaber bildender Künste und moderner Diebesakrobatik sein, heiße ich Sie willkommen in meinem äußerst bescheidenen Domizil. Ah, Sie linsen schon zum Ostflügel, ja zu Recht, exquisiter Geschmack, der Herr! Den “Monet, Monet, Monet”-Trakt des Hauses habe ich ganz dem verblüffenden Impressionismus gewidmet, von Renoir bis Turner finden Sie hier jede Stilblüte des frühen 20. (…)

Gravity Ghost: Jenseits der Schwerkraft

Die ersten Bilder weckten Assoziationen mit Studio Ghibli oder Björk. Erin Robinsons Anspruch, ein Spiel zu machen, das auch für Menschen zugänglich ist, die noch keine Erfahrung mit Videospielen haben, schien wichtiger denn je. Und die begeisterte Vorberichterstattung der Indie-Presse tat ihr Weiteres. Gravity Ghost versprach schon früh, etwas Besonderes zu werden. (…)

Card Crawl: Dungeon Crawler à la carte

Mein bisheriges Desinteresse an Kartenspielen geht so weit, dass ich bis auf kurzzeitig intensiven Kontakt zu Hearthstone keinerlei Erfahrung vorweisen kann. Ich habe noch nie im Leben eine Runde Solitär gespielt und bin auch nicht mit dem Regelwerk vertraut, also konnte ich mit der Beschreibung, Card Crawl sei eine Mischung aus Hearthstone und Solitär zu 50% nichts anfangen. (…)

Ori and the Blind Forest: Bedingungslose Liebe

Zuhause ist mehr als vier Wände und ein Dach über dem Kopf. Es sind Gedanken an die Menschen, die uns lieben, die Lieder unserer Kindheit oder selbstgestampfte Kartoffeln, die uns ein wohliges Gefühl der Geborgenheit vermitteln können. Ganz gleich, wie weit wir uns von unserer Heimat entfernt haben. Ori and the Blind Forest ist pure Nestwärme. (…)

The Deer God: Und täglich grüßt das Murmeltier

Spätestens seit Walt Disney im Jahr 1942 mit seiner Bambi-Verfilmung weltweit kullernden Kinderaugen Tränen in die Augen trieb, ist das Verhältnis zwischen Mensch und Reh weithin als belastet bekannt. Blutdürstende Jägersleut schießen sich durch Wald und Wiesen, nehmen dankend alles entgegen, was ihnen vor die Flinte läuft, nur um ihre unerklärliche Mordlust zu stillen. (…)

Whispering Willows: Die Geister, die ich rief

Geisterhäuser sind spätestens seit dem Erkunden der Spencer Mansion im ersten Teil der Resident Evil-Reihe ein feststehendes Klischee in Videospielen. Es bietet sich auch einfach zu gut an, mit ihren klaustrophobische Gefühle erzeugenden, wie Labyrinthe konstruierten Flure voller unheimlicher Details, die entdeckt werden können. Eine düstere Atmosphäre und eine Geschichte voller Geheimnisse, die es zu entdecken gilt. (…)

The Escapists: Pläne schmieden und Gitter biegen

Ich bin versucht, The Escapists als Antithese zu Prison Architect zu bezeichnen: Statt das perfekte Gefängnis zu erbauen, gilt es den perfekten Ausbruchsplan zu erdenken – und ihn anschließend durchzuführen. Auf rohe Gewalt oder gar Dynamitstangen sollte man hierbei aber verzichten. Die besten Ausbruchswerkzeuge sind am Ende immer noch herausragend funktionierende Synapsen sowie ein Hauch Kreativität. (…)

Darkest Dungeon: Gebrochene Helden

Ich war im Krieg und sah eben noch lebendige Körper durch die Luft fliegen. Ich habe mich in der radioaktiv verseuchten Wüste von herumliegenden Leichen ernährt und hunderte Male verwundete Gliedmaßen wieder zusammengeflickt, unzählige Autounfälle erlebt und steckte dutzende Male in unfreundlichen Verliesen mit abscheulichen Monstrositäten fest. Dass ich dennoch nachts ruhig schlafen kann, liegt daran, dass all diese Erlebnisse nicht real waren. (…)

Trash TV: Fernsehen macht dumm

Harald Schmidt kokettierte, als er noch relevant war, gerne mit dem Begriff “Unterschichtenfernsehen” und spielte damit auf die vermeintliche Verdummung an, die übermäßiger TV-Konsum mit sich führen sollte. Natürlich ironisch, denn seine Sendung lief ja selbst auf dem mit dem Ruf eher zweifelhafter Qualität belegten Privatsender Sat1. Die Harald Schmidt Show war vermutlich auch das letzte Mal, dass ich selbst wirklich fern sah. (…)

Phonopath: Lost and Sound

Leichte Zugänglichkeit ist bei Videospielen eine Tugend. Wie anspruchsvoll und komplex ein Spiel auch sein mag, der Einstieg sollte für alle zu meistern sein, die Lernkurve möglichst gleichmäßig steigen. Phonopath ist von diesem Ideal weiter entfernt als jedes andere Spiel, das ich kenne – und trotzdem ist es außerordentlich bemerkenswert: Phonopath ist ein Special-Interest-Titel, der sich hauptsächlich an Audiophile und SoundbastlerInnen wendet. (…)

Apotheon: Der gute Ton

Kratos‘ Rachefeldzüge durch den Olymp waren in erster Linie blutig, doch hinterließ er auch ein Ausmaß an Sachbeschädigung, das beim Anblick des jüngst erschienenen 2D-Action-Adventures Apotheon die wahre Tragödie seiner Taten darstellt. Wenn auf all den zerschmetterten Amphoren des von ihm durchstreiften Keramik-Outlets der altgriechischen Mythologie solch feinziselierte Pinselstriche Verwendung fanden, wie bei der grafischen Gestaltung dieses bildhübschen Titels, mag man sich den Verlust für die Kunstnachwelt gar nicht ausmalen. (…)

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