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Archiv: Kategorie „Spiele“

Spiele

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Ziemlich ernüchternd: 4PM

Ich trinke keinen Alkohol. Habe ich nie. Dennoch habe ich schon viele negative Erfahrungen mit Alkohol gemacht. Dass man auch ohne Alkohol keinen Spaß haben kann, weiß ich also nicht erst seit dem Beenden der spielbaren Alkoholismus-Geschichte von 4PM. Der aus Serbien stammende Entwickler Bojan Brbora präsentiert darin leider ein derartig zerfasertes, lückenhaftes und technisch unausgereiftes Spiel, dass man dem Glauben verfallen könnte, bei der Entwicklung sei vielleicht auch das ein oder andere Bierchen zu viel gekippt worden. (…)

Der Berg ruft: Mountain

Menschen entspannen sich auf die unterschiedlichsten Arten. Manche flanieren durch Wälder, andere am Strand entlang. Wieder andere lauschen dem Rauschen des Meeres nicht in dessen Gegenwart, sondern vor dem heimischen Tonträgerabspielgerät. Und einige, ja einige, beobachten schwebende Berge, um zeitweise ihrem hektischen Arbeitsalltag zu entfliehen.
Mountain bietet genau diese Form der Zerstreuung. (…)

Terrian Saga – KR-17: Schliffloser Drohnenkrieg

Die deutsche Verteidigungsministerin denkt derzeit offen über die Anschaffung unbemannter, aber bewaffneter Fluggeräte nach. Der Plan ist umstritten. Zwar bringt der Einsatz einer Drohne denjenigen nicht in Gefahr, der sie steuert. Ebender verliert aber durch diesen Vorteil möglicherweise auch seine Hemmungen und riskiert so eher unschuldige Leben als jemand, der selbst vor Ort ist. (…)

Blast from the Past: Zany Golf

Im Minigolf gibt es weiche Bälle, schnelle Bälle, Turbobälle, harte Bälle, leichte Bälle, schwere Bälle. Bälle für den Weitschuss, Bälle für die Bahn mit Rampen, Bälle für die Tunnels, Bälle für die Bahn mit Kurven, Bälle fürs letzte Einlochen an der Bahn 18 und Bälle für den ganzen anderen Scheiß. Jede Situation auf der Bahn, und sei sie noch so verzwickt, verliert ihren Schrecken, wenn man nur den richtigen Ball zur Hand hat. (…)

The Last Night: Kein Job wie jeder andere

Auftragsmörder sind in Büchern, Filmen und nicht zuletzt in Videospielen beliebte Figuren. Sie lassen sich hervorragend als Gentlemen darstellen, die sich adrett kleiden und gutes Essen und Trinken zu schätzen wissen. Dabei bleiben sie zumeist leicht genießbare Fiktion. Seltsam, dass nicht durch spektakuläre Geschichten, sondern durch ein paar nüchterne Zahlen am deutlichsten wird, dass es Auftragskiller wirklich gibt. (…)

Absolute Drift: Totaler Kontrollverlust

Autos galten einst als ein Symbol der Freiheit, denn sie garantieren Mobilität. Jeder Mensch kann mit einem Auto unter dem Hintern jederzeit jeden Ort auf seinem Kontinent erreichen, solang nur eine Straße dort hin führt. Heute haben Autos viel von diesem Status eingebüßt. Sie sind technologische Monstren geworden. Computerprogramme überwachen Ölstand und Bremsleistung, ein GPS-System übermittelt den aktuellen Aufenthaltsort des Fahrers zu jeder Zeit an eine anonyme Konzernzentrale. (…)

Freiheit als Albtraum: Always Sometimes Monsters

Entscheidungen sind ein wichtiger Teil des menschlichen Lebens. Täglich treffen wir tausende davon, kleine und größere, die meisten im Vorbeigehen. Aufstehen oder noch zehn Minuten weiterdösen? Kaffee oder Tee? Entscheidungen von existenzieller Natur, über Leben und Tod, sind zumindest in unseren Gefilden zum Glück die Ausnahme. Doch selbst in einer privilegierten Biografie gibt es Wendepunkte, an denen wir Entscheidungen treffen müssen, die nicht so trivial sind und die von einer Sekunde auf die andere alles ändern können. (…)

Die leisen Töne des Krieges: Valiant Hearts

Als der Musiker und Komponist J.J. Cale im vergangenen Jahr verstarb, nahmen nur wenige Menschen Notiz davon. Cale war jemand, den man gerne als „Musician’s Musician“ bezeichnete. Jemand, der unter Musikerkollegen und Kritikern einen einträglichen Ruf genoss, dessen Schaffen jedoch bei der breiteren Öffentlichkeit auf taube Ohren stieß. Dem Weltkriegsadventure Valiant Hearts von Ubisoft könnte ein ähnliches Schicksal zuteilwerden, wirkt es doch an den üblichen Verkaufsargumenten für moderne Kriegsspiele vorbeiprogrammiert. (…)

David: Kampf der Titanen

Hätte meine Religionslehrerin damals David und Goliath behandelt, wäre ich wohl zumindest für eine kurze Zeit aus meinem Stundenschlaf erwacht. Die Geschichte eines einfachen Schafhirten, der mit Grips und einer Schleuder den mächtigen Riesen niederstreckt, hört sich zumindest im Vergleich zu gewissen anderen Texten wie ein epochales Meisterwerk an. Vielleicht hat sich deshalb der Leit­ge­dan­ke der Geschichte fest in den heutigen Zeit eingenistet, sei es in Form einer Redewendung, in Serien, Büchern oder Videospielen. (…)

Review: Sniper Elite 3

Das hier ist mein Review! Es gibt viele andere, aber dies ist meins! Mein Review ist mein bester Freund! Es ist mein Leben! Ich muss es meistern, wie ich mein Leben meistern muss! Ohne mich ist mein Review nutzlos! Ohne mein Review bin auch ich nutzlos! Mein Review verfehlt sein Ziel nie! Ich muss schneller schießen als mein Feind, denn sonst tötet er mich! Ich muss ihn erschießen, bevor er mich erschießt! Das werde ich! (…)

Klötzchen, streck dich: S

Als Kasimir Malewitsch 1913 sein schwarzes Quadrat malte, strebte er nicht weniger als die Befreiung der Kunst von der Gegenständlichkeit an. Und zugleich den Ausdruck von Empfindungen, die sich in dieser geometrischen Form manifestieren sollten, in der Abgrenzung zum Nichts der weißen Leinwand.
In Jóhannes G. Þorsteinssons und Kyle Halladays S wird die blanke Fläche nun zum Raum, in dem sich abstrakte Felsformationen nur durch Schatten abzeichnen, in der das Wasser als einzige organische Komponente in einer kargen Landschaft Leben allenfalls andeutet, und das Quadrat zu meiner einzigen Interaktionsmöglichkeit. (…)