Superlevel

Insert Moin — Folge 640: The Walking Dead, Ep. 5

Episode 5 von The Walking Dead trägt den Namen “No Time Left” und bildet das Finale der ersten Staffel. Manu und Jagoda besprechen den letzten Teil und philosophieren über Konsequenzen von Entscheidungen, die Körperlichkeit von Quick-Time-Events und das Potential von Achtjährigen Kindern in Extrem-Situationen. Wie auch bei den Besprechungen der Episode 1-4 ist dies ein SPOILERCAST, d.h. alle Entscheidungen und die Auswirkungen dieser auf die Story und Charaktere werden ohne Rücksicht besprochen. Daher: Achtung, Spoiler! (Und Überlänge, aber das Spiel hat es verdient)

Insert Moin — Folge 640: The Walking Dead, Ep. 5 00:00 / 01:13:22

neuer Feed zum Abonnieren für eure Podcatcher

20 Kommentare zu “Insert Moin — Folge 640: The Walking Dead, Ep. 5”

  1. Manu
    1

    Ab hier ist übrigens auch in den Kommentaren Spoiler-Territory.

    Lasst uns über die Episode reden. Wart ihr vom Ende total ergriffen oder ging es euch ähnlich wie mir?

  2. Tim Rozenski
    2

    Ich gelte bei Twitter ja schon als Hater, weil ich mit dem Spiel einfach so überhaupt Nix anfangen kann.

    Episode 1 hat mich massiv angekotzt und war für mich die Enttäuschung des Jahres. Ich fand das Gameplay grauenvoll (schlechte QTE und Kindergartenrätsel) und die Entscheidungen völlig unsinnig (Typ, von dem ich eh weiß, dass er stirbt oder kleiner Junge? Scharfschützin mit Knarre oder Typ mit Fernbedienung?).

    Über die restlichen Episoden hab ich mich dann so informiert, aber ich hatte wirklich überhaupt kein Interesse mehr, dafür noch Geld auszugeben. Natürlich ist dann der emotionale Eindruck ein viel geringerer, dessen bin ich mir bewusst.

    Aber im Nachhinein hat sich meine Anfangs-Vermutung leider ganz krass bestätigt: Bis auf Lee und Clementine, meinetwegen auch noch Kenny, für den sie sich eine Hintertür offengehalten haben, sind alle anderen Figuren reine Redshirts. Komm wir töten fast alle Figuren und führen komplett neue ein, yeah!

    Es tut mir ja leid, dass ich TWD gegenüber so zynisch bin, aber ich verstehe den Hype um dieses Franchise nicht. Ich fand die Serie maximal mittelmäßig, weil Frank Darabont offenbar die Regel “Show, don’t tell” komplett falsch verstanden hat (komm, wir zeigen Frauen beim Wäsche waschen, aber nicht, wie Darryl als Kind im Wald überlebt), die Handlung sehr vorhersehbar ist und ich einfach WILL, dass Carl stirbt. Und auch beim Spiel: riesiger Hype. Ich selbst zocke es und bin danach massiv verärgert, weil mir völlig unklar ist, was denn daran bitteschön gut sein soll.

    Spiel des Jahres? Nein. Ganz klares und lautes Nein. Um den Titel streiten sich bei mir Lone Survivor und Dust: An Elysian Tail.

  3. novoxyd
    3

    43:00 -- Man kann den Stranger auch erwürgen und danach sicherheitshalber selber erschießen, Clementine hat bei mir nur zugesehen, die Waffe lag nach dem Erwürgen direkt neben dem Stranger.

    Die Country-Szene kurz vorher fand ich eher unangenehm, dass Lee einfach so durch diese riesige Masse an Zombies kommt war doch ziemlich unrealistisch.

    Am Ende hab ich Clementine weggeschickt und mich nicht erschießen lassen. Dadurch hatte ich auch keinen Bruch wenn Clementine Lee erschießt ;)

    Die Spielzeit des 5. Teils war zwar sehr kurz, aber dafür gabs auch keine unnötigen Längen wie z.B. die Zugszene im 3. Teil.

    Gerade die letzten Minuten waren super emotional und haben die erste Staffel zu einem würdigen Ende gebracht. Freu mich schon auf die nächste Staffel!

  4. KillyTheBit
    4

    Intressant. Ich hab’s ja nicht gespielt, aber so wie ich es verstehe ist dieser durchgedrehte Typ doch auch nur deshalb so abgedreht weil man ihm das angetan hat was man eben dan jeweils getan hat. Seine Argumentation aufgrund seiner Abgedrehtheit abzutun währe dann doch auch nur eine ziemlich billige ausrede, denn daran ist man ja schließlich auch schuld …

    • Manu
      5

      Killy: Ja, aber ich als Lee habe ihm das ja nicht absichtlich angetan mit dem Auto. Als Lee habe ich ein reines Gewissen, ich bin davon überzeugt, dass die Entscheidung, das Zeug aus dem Auto zu nehmen richtig war. (Weil keine Anzeichen davon zu sehen waren, dass das noch jemandem gehört, der lebt)

      Daher fühle ich mich für sein durchdrehen nicht verantwortlich.

    • Scheinprobleme
      6

      Lieber Manu, die Art wie du deine Entscheidung getroffen hast und wie du jetzt die Verantwortung abgibst, birgt eine Reihe interessanter Implikationen. Und da ich jetzt noch etwas länger ausholen “darf”, möchte ich das gerne mal aufzählen.

      Du dachtest ja, der Wagen gehöre niemanden. Aber du wusstest es nicht. Du konntest es nicht wissen, das bedeutet, die reine Annahme hat dir gereicht. Dass der Wagen jemandem Lebenden gehört, mag also in der Tat unwahrscheinlich gewesen sein. Aber kann denn eine Wahrscheinlichkeitsberechnung wirklich die Entscheidungsgrundlage einer Handlung sein?

      Also, natürlich KANN sie das. Es ist ja völlig legitim sich zu überlegen, die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit dem Diebstahl jemandem schade beträgt z.b. 1 zu 100. Das bedeutet aber, du entwickelst ein System, bei dem jeder sich überlegen kann, wie hoch das Risiko eigentlich ist, wenn ich jetzt mal eben über eine rote Ampel fahre und jemanden erwische. Höchst unwahrscheinlich, 1 zu 1000! Oder sogar höher? Also nichts wie rüber. Problem beginnt dann, wenn du merkst, dass du nicht alleine auf der Welt bist und andere, sich vielleicht ebenfalls dieselben Gedanken machen. Plötzlich fahren immer mehr über die Ampel. Dann nur noch eine Frage der Zeit, bis etwas passiert.

      Du könntest natürlich sagen, “aber nur ICH darf so handeln, weil für MICH war es wichtig in dieser Situation…” ist das ok. Nennt man allerdings Egoismus. Ist auch eine Ethik, bei der es einzig darum geht den eigenen Nutzen/pleasure zu maximieren. Auch hier muss man nicht lange überlegen, was passiert wenn jeder dieser Maxime folgen würde. So etwas wie “Gesellschaft” ist dann nur noch schwer vorstellbar. Eher tendiert dieses “System” wohl alsbald in eine Ansammlung von marodierenden Horden, bei der das Recht des Stärkeren Einzug hält. Wie der Umgang mit Schwachen, Alten und Kranken in diesem System wohl aussehen würde ist auch offensichtlich.

      Die andere Implikation ist eine simple Kosten-Nutzen-Rechnung, bei der du davon ausgehst, dass 10 gesunde satte Personen mehr “wert” sind als z.b. 2 gesunde satte Personen. Hat auch viele unangenehme Nebeneffekte, aber jetzt wird das selbst hier zu lang! O.o

      Fazit: du KANNST natürlich so argumentieren, aber dann musst du mit den moralischen Folgen leben.
      :)

    • Manuel Fritsch
      7

      @Scheinprobleme:

      In der Tat, ich konnte nicht mit Sicherheit sagen, ob der Wagen noch jmd. gehört. Wie ich Marc eben schrieb: “In echt” hätte ich erstmal gewartet und sichergestellt, dass keiner mehr kommt.

      Aber unter den Umständen, dass die “normale” Zivilisation mit ihren Regeln nicht mehr existiert, hat für mich klar das Überleben der eigenen Gruppe mehr Gewicht, als die “theoretische” korrekte Verhaltensweise bzgl. eines eventuellem Diebstahls. Sprich: Außerhalb des Zombie-Kontextes des Spiels würde ich kein laufendes Auto und deren Inhalte stehlen. Weil die Wahrscheinlichkeit, dass der Besitzer nur kurz pinkeln ist, deutlich höher ist.

      Ich habe in der Situation übrigens nicht bewusst das Leben der Gruppe gegen das Leben der potentiellen Besitzer aufgewogen, sondern habe verglichen, welche Entscheidung die Gruppe mehr treffen könnte:

      Lasse ich die Lebensmittel zurück, verhungert evtl. jmd. aus meiner Gruppe und die Lebensmittel vergammeln ungenutzt. Will ich mit dieser Konsequenz leben? Nein.

      Oder nehme ich die Lebensmittel, in der Hoffnung, dass der Besitzer nicht mehr lebt, so dass ich eine theoretische Chance habe, ethisch gut aus diesem “Diebstahl” herauszukommen, weil dieser als Zombie eh keinen Nutzen mehr dafür hat.

      Bei der zweiten Entscheidung gab es zumindest die Hoffnung auf eine Situation, niemandem zu verletzen. Bei der Option “stehen lassen” hätte ich meiner Gruppe in meinen Augen definitiv geschadet.

      Ja, es war egoistisch, aber in Anbetracht der Sachlage die bessere Entscheidung, in meinen Augen, mit weniger Risiko, dass sie schlecht ist :)

    • Scheinprobleme
      8

      Ja Manu, für dich und deine Gruppe war es definitiv die beste Entscheidung. Dann muss man damit leben, dass vielleicht bald eine noch größere Gruppe vorbeikommt die sagt, wenn ihr weg seid, ist es für ihre Gruppe noch besser.
      Abgesehen davon, dass langfristig auf diese Weise keine solidarische Gemeinschaft mehr vorstellbar ist. Ist schon ok… wirklich. DU MONSTER!
      (kidding)

    • Manuel Fritsch
      9

      Aber mal im ernst, Scheinprobleme:

      Mal angenommen, das wäre so gekommen, dass Clementine schwer krank wird, unterernährt und Kenny würde Dir die ganze Zeit vorwerfen, du bist schuld, weil du die Lebensmittel nur wegen deiner ach so ehrenhaften Moralvorstellung stehen hast lassen? Jetzt rein moralisch betrachtet: Wäre das trotzdem die “gute” Wahl gewesen? Habe ich in meinen Entscheidungen nicht auch eine Verantwortung für die Menschen, für die ich Sorge? Wiegt das nicht mehr, als die potentielle Verantwortung für nur in der Theorie existierende Menschen, bei denen ich nicht weiß, ob es sie gibt?

      Auf die Realität bezogen: Wenn ich bei rot über die Ampel fahre, weil ich einen verletzten Menschen auf der Rückbank habe, der dringend versorgt werden muss? Wenn ich anhalte, riskiere ich sein Leben SOFORT, wenn ich über Rot fahre, riskiere ich nur potentiell und in der Theorie jemanden, aber nicht zwingend in diesem Moment. (Das Beispiel hinkt, weil die Ampel keine bleibende Konsequenz darstellt wie die Lebensmittel oben)

    • Scheinprobleme

      Lieber Manu, es ging mir wirklich nicht darum über deine Entscheidung zu urteilen. Habe das Gute nicht gepachtet. :) Wollte dir lediglich ein paar mögliche Konsequenzen vor Augen führen. Es gibt da diese Redewendung

      “Des einen Brot ist des anderen Not und dritten Tod.”

      Du hast, wie gesagt, für die Gruppe definitiv die richtige und vernünftige Entscheidung getroffen. Für dich war es also besser, aber war es deswegen gleich ethisch gut? Nein. Von einem ethischen Standpunkt aus (zumindest der Sicht “gängiger” Ethiken) war es eine verwerfliche Tat. Da macht es dann eben schon einen Unterschied zu sagen:
      “Ok, es war für mich richtig, aber ich weiß, es war ‘böse’.” (Das eigene schädliche Verhalten ist einem bewusst)
      Oder zu sagen:
      “Ok es war für mich richtig und daher ist es auch ‘gut’. (Es fehlt das Schuldbewusstsein. Das eigene schädliche Verhalten ist der Maßstab aller Dinge)

      Ein Manager, der auf semilegalen Wegen Steuergelder veruntreut, hat für sich und seine Familie ja sicher auch die richtige (bessere) Entscheidung getroffen. Er hat, wie du sagst, Verantwortung für die Menschen übernommen, für die er sorgt. Dennoch wissen wir intuitiv, dass er falsch gehandelt hat. Er hat Geld, welches eigentlich dem Gemeinwohl irgendwie dienen sollte, unterschlagen. Wenn dieser Manager nun auch noch fehlendes Unrechtsbewusstsein an den Tag legen würde, wären wir sicher alle ein wenig empört, oder?

      Die lebensbedrohliche Situation der Zombiekalypse verstärkt natürlich den Zwang das Vernünftigere für die eigene Gruppe zu tun. Aber an der ethischen Grundannahme, es war irgendwie falsch, ändert das nichts.

      Ja, schon alles knifflig. Ich liebe dieses Spiel. <3

  5. Marc

    Stand das Auto nicht beleuchtet, offen stehend und mit laufendem Motor in der Pampa rum? Duck fragt ja vorher auch, was das für ein Geräusch sei. Für mich war das der Grund, mit Clementine zusammen nichts aus dem Auto zu stehlen. Eben weil es so aussah, als würde es jemandem gehören. Klar, ein wirklicher Beweis dafür, dass der Besitzer noch lebt ist das auch nicht. Würde die Kiste aber schon länger dort herum stehen, wäre irgendwann wahlweise die Batterie oder der Tank leer.

    • Manuel Fritsch

      Du hast recht, Marc. Dass das Auto läuft “könnte” darauf hinweisen, dass es noch nicht lange verlassen ist. Hätte ich nicht nur die Wahl zwischen “Nehmen” oder “gehen” gehabt: in “echt” hätte ich gewartet, ob jemand zurückkommt und solange die Ladung bewacht. Nach ein paar Stunden wäre mein Gewissen dann reiner gewesen.

    • Eisenseele

      Ich habe gerade deshalb etwas genommen, weil das Auto noch lief und das Licht an war. Da Lee noch gerufen hat, ob jemand in der Nähe sei und es keine Antwort gabe, bin ich auf den Entschluss gekommen, dass das Auto wirklich “verlassen” war.

      Man lässt ein Auto nur Laufen (und das Licht an), wenn man in der Nähe des Autos ist. Dann sollte man aber auch Lees Rufe hören können. Wenn aber keine Reaktion auf die Rufe kommen, geh ich davon aus, dass die “Besitzer” weit weg sind und das Auto zurücklassen mussten (oder der Imbiss irgend eines Zombies geworden sind)

  6. Michael

    Clem kann übrigens in Episode 4 schon einen Zombie erschießen. Nimmt man sie mit wird sie Molly retten. Ohne Clem kann Molly sogar sterben habe ich gelesen.

    • Michael

      Was mir auch noch aufgefallen ist. Der Diebstahl des Autos ist dem Diebstahl des Bootes sehr sehr ähnlich. Es gab da einige Momente in der Spielserie wo die macher versucht haben den Spieler emotional gegen sich selbst auszuspielen. In Episode 4 war es ähnlich, verhalte ich mich wie Crawford und ermorde die schwachen (BEN meine liebe Podcasterin :-p) oder rettet man sie und trägt das Risiko?

  7. Manuel Fritsch

    stimmt, Molly ist bei mir gestorben, weil ich Clem zuhause gelassen habe.

  8. Michael

    Du kannst sie auch ohne Clem retten. ;D

  9. SImon

    Ich habe die Folgen jetzt jeden Tag zusammen mit meiner Freundin gespielt und es war super! Es bedurfte nicht ewige Zeit zwischen den Episoden, aber natürlich verstehen ich, dass es super ist, sich dann mit seinen Freunden auszutauschen. Wow…was ein Spiel! Ich bin so geflasht. Und sich danach zu unterhalten…darüber zu reden. Wow! wau wau wau.

    Hammer!

  10. jinsam

    hey, ar echt geflasht von dem spiel…. aber eine frage, wenn man nach 5 den abspann abwartet kommt da noch eine kurze filmsequenz, in der clem an einem feld alleine auf einem gefälltem baumstamm sitzt mit der knarre in der hand, traurig. auf dem boden vor ihr liegen patronenhülsen. clem sieht auf und sieht in der ferne, erschrocken, zwei “gestalten” auf einem hügel, nur die umrisse. ich weiss jetzt nicht was das zu heissen hat. habe clem zu omid und christa geschickt. sind die beiden das nun oder walker? oder haben omid und christa sich das leben genommen( wegen den patronen auf dem boden) und sind dann zu walker geworden? aber das würde ja gar nicht gehen, wenn die beiden sich in den kopf geschossen hätten. habt ihr den abspann auch abgewartet und vorher andere entscheidungen getroffen ( trust no one etc.) andere vermutungen… auf jeden fall bietet das raum für spekulationen und natürlich eine neue staffel!!! noch andere mädels dabei die am ende fast das flennen gekriegt haben?

    • Manuel Fritsch

      Der Abspann ist immer der gleiche, egal wie du dich entscheidest. Und ob das nun Walker sind oder Menschen. Das werden wir wohl erst in Season 2 erfahren, da gibt es bisher keine “richtige” Deutung.

5 Trackbacks zu “Insert Moin — Folge 640: The Walking Dead, Ep. 5”

  1. The Walking Dead. Finale. | Scheinprobleme

Kommentieren

E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Kommentaren