Superlevel

Autor: Sebastian Standke

Sebastian Standke

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The Escapists: Pläne schmieden und Gitter biegen

Ich bin versucht, The Escapists als Antithese zu Prison Architect zu bezeichnen: Statt das perfekte Gefängnis zu erbauen, gilt es den perfekten Ausbruchsplan zu erdenken – und ihn anschließend durchzuführen. Auf rohe Gewalt oder gar Dynamitstangen sollte man hierbei aber verzichten. Die besten Ausbruchswerkzeuge sind am Ende immer noch herausragend funktionierende Synapsen sowie ein Hauch Kreativität. (…)

Bodybag: Ein guter Mord endet nicht mit dem Tod

Überall Blut auf dem grauen Teppichboden, das kleine Hackebeilchen ist noch ganz vollgesaut und zu allem Überfluss liegt da auch noch eine Leiche auf dem Boden. Wie geht man aber nun mit solch einer alltäglichen Situation um?
Das pflichtbewusste Mörder-Duo von heute ist sich seiner ersten Bürgerpflicht bewusst: Natürlich wird erstmal der (möglichst noch warme!) Körper in eine Plastikhülle gepackt und anschließend ordnungsgemäß fortgeschafft. (…)

Chesslike: Der Kasparow’sche Zeitvertreib

“Schach lehrt Logik, Fantasie,
Selbstdisziplin und Entschlossenheit.”
(Garri Kimowitsch Kasparow)

In der westlichen Welt ist Schach in seiner heutigen Form seit dem 13. Jahrhundert bekannt und stellt damit einen – nicht nur historisch – äußerst bedeutsamen Bestandteil unserer Spielekultur dar. Noch heute rankt sich eine Faszination darum, vermutlich gespeist aus dem prinzipiell simplen Aufbau des Bretts und der gleichzeitigen Komplexität, die sich dank der Bewegungsmuster der Figuren ergibt. (…)

Pioneers: Die Entdeckung der Neuen Pixelwelt

Was einzelne Menschen auf die Beine stellen können, fasziniert mich immer wieder. Pioneers ist dafür in zweierlei Hinsicht ein perfektes Beispiel. Zum einen entwickelt Eigen Lenk das Spiel seit 2012 und illustriert damit auf herausragende Weise, was man mit kontinuierlicher Arbeit und einem starken Willen auch als Solo-Entwickler schaffen kann. Zum anderen aber beginnt auch der Protagonist aus Pioneers seine große Reise zunächst allein. (…)

Way to Go: Im Rausch der Klänge und Farben

“It is an astonishing interactive experience, a restless panorama, a mixture of hand-made animation, 360˚ video capture, music and dreaming and code; but mostly it is a walk in the woods, c’mon.”

Es beginnt trist. Ein grauer Wald, ein vorgegebener Laufpfad und… Ich? Vielleicht. Wenn das ich sein soll, so bin ich eine unpassend wirkende Gestalt mit einem Quadratschädel. (…)

Alphalevel: S.O.R.S.

Von der Spatially Offset Raman Spectroscopy erhoffen sich medizinische Fachkräfte auf der ganzen Welt, dass Krankheiten wie beispielsweise Diabetes oder Osteoporose einfacher zu entdecken sein werden. Das nach dieser neuartigen Scan-Methode benannte Spiel S.O.R.S. greift diesen Ansatz als zentrale Spielmechanik auf: Als neu eingestellter Arzt in einer Fachklinik erlernt man Schritt für Schritt das Ableuchten von Körpern sowie die korrekte Interpretation der Blutwerte. (…)

Auszug aus “Drachenväter: Die Interviews” – Richard Garriott de Cayeux

Im November 2013 veröffentlichten wir ein (Choose-your-own-)Interview mit den beiden Drachenväter-Initiatoren Thomas Hillenbrand und Konrad Lischka. Ein Jahr später erschien mit “Drachenväter: Die Interviews” der Begleitband zum Buch, der auf gut 160 Seiten eine Sammlung sämtlicher Gesprächstranskripte bereithält. Heute präsentieren wir eine gekürzte Fassung des Interviews mit dem berühmten Rollenspiel-Entwickler Richard Garriott de Cayeux, auch bekannt als Lord British. (…)

Rezension: “New Level. Computerspiele und Literatur”

“Shakespeare! Woolf! Murakami! Das sind doch noch Namen! Die sollte man gefälligst im Oberstübchen behalten, und nicht Alcorn, Bunten oder Iwatani!”, säuselt mir manchmal die kritische Stimme meines konservativ schulischen Wissens zu. Es ist so, als würde sie mir sagen wollen, dass Videospiele ja ganz nett seien, aber im Endeffekt wären die literarischen Künste doch höher zu bewerten. (…)

Sebastian Standke

Aufgewachsen als Kind eines stets grummelnden Hafenarbeiters und der besten Backwarenfachverkäuferin der sieben Weltmeere, interessierte sich Sebastian logischerweise schon sehr früh für Computerspiele. Diese Leidenschaft beeinträchtigte seine Abiturnote nur minimal und sollte innerhalb seines Studiums der Kulturwissenschaften sogar zum persönlichen Forschungssteckenpferd werden. Im Frühling 2012 brach er jedoch aus seinem Elfenbeinturm heraus und verschanzte sich bei Superlevel.