Autorenarchiv

Meine Karriere als Dieb war von recht kurzer Dauer. Ich dürfte so sieben oder acht Jahre alt gewesen sein, als ich über einen Zeitraum von schätzungsweise einer Woche haufenweise Fußballsammelbilder beim Kaufmann des Vertrauens stahl. Schon damals war ich ein äußerst ungeduldiger Mensch und versuchte die mühselige Sammlei effektiv zu verkürzen — und abgesehen von dem peinlichen Moment der Bloßstellung durch eine Kassiererin verbinde ich besagte Woche mit freudigen Erinnerungen.
Beim Flashgame Burgle geht es ebenfalls um Diebstahl, genau genommen schlüpft ihr in die Rolle eines maskierten Einbrechers. Im mehrstöckigen Gebäude gilt es binnen kurzer Zeit möglichst wertvolle Gegenstände zu erbeuten, die im Anschluss bei einem Hehler versetzt werden. Je mehr Beute im Sacke landet, desto langsamer kommt der Protagonist voran. Es macht also Sinn, wählerisch vorzugehen. Außerdem darf man sich natürlich nicht von der Polizei erwischen lassen.

Im Februar stellte euch Jeremy das wunderbare Shoot’em Up They came from Verminest vor (siehe auch Indie Fresse #002). Entwickler Locomalito reichte mit Verminest ’83 nun eine zweite Version nach. Während sich die ursprüngliche Version visuell an den 50er Jahren orientiert, spiegelt Verminest ’83 die klassische Farbpalette und technisch bedingte Reduktion der frühen 80er wider. Total gut.
An dieser Stelle sei noch kurz erwähnt, dass die (kostenlosen) Download-Spiele von El Señor Locomalito jetzt auch auf regulären Datenträgern inklusive Coverart verfügbar sind. 29 Euro pro Spiel ist zwar recht stattlich, aber Herzblut hat nun mal seinen Preis.

Während der Großteil der werten Zielgruppe den Verkauf von Superlevel nach wie vor für einen ausgedehnten Aprilscherz hielt und die eBay-Auktion relativ wenig Bewegung aufwies, wurde im Hintergrund kräftig diskutiert, geträumt und gescherzt. Das letzte Gebot bei der Auktion betrug EUR 37.049,00 — allerdings legte ich einen (geheimen) Mindestpreis von EUR 50.000,00 fest. Utopisch? Jein. Noch während die Auktion lief, traten drei potentielle Käufer mit mir in Kontakt, darunter ein Verlag. Der Tenor war stets: Man sei an einem Kauf interessiert, das Team bliebe (gegen Entlohnung) bestehen und das Projekt werde gemeinsam weiter ausgebaut.
Es ist noch zu früh, irgendwelche Namen geschweige denn Details zu nennen, da zum jetzigen Zeitpunkt noch alles in der Schwebe ist. Wir sagen Bescheid, sobald wir unsere Zähne vergoldet haben mehr wissen. Yo!

Wer, wie ich, von Pac-Man inzwischen dezent angeödet ist und sich beim verfressenen Gelbling etwas Schwung in der Bude wünscht, sollte ein Auge auf die Freeware Phys-Man werfen. Auf den ersten Blick handelt es sich dabei um einen dreisten Klon, doch sobald man Hand an die Pfeiltasten legt, wird der Unterschied zum Original schnell klar: Gesteuert wird hier nicht wie üblich der Protagonist, sondern das Spielfeld — das dreht sich nämlich um die eigene Achse und sorgt somit für ein heilloses Durcheinander. Sowohl Pac-Man als auch die Geister unterliegen den Gesetzen der Schwerkraft.
Verrückt — und verdammt schwer. Wer sich der Herausforderung nicht gewachsen fühlt, kann mit folgendem Gameplay-Video vorlieb nehmen. Feigling!

Tetris Garden vereint zwei Sachen, die mir nicht wirklich liegen: Tetris und Gartenarbeit. Ersteres wird mir schnell zu hektisch und letzteres kollidiert erfahrungsgemäß mit meiner Faulheit meinem braunen Daumen.
In den Mixer geworfen ergeben die beiden Komponenten aber eine schöne Spielwiese, die mir sehr zusagt. Bei Tetris Garden gilt es, aus Tetris bekannte Formen auf einer Fläche zu verteilen. Das ist zwar recht knifflig, aber da kein Zeitdruck herrscht, kann man in aller Ruhe herumexperimentieren und nebenher der virtuellen Botanik beim Wachsen zusehen. Prima, ich vergebe vier von fünf Komposthaufen.
(via)

Es hatte natürlich einen taktischen Hintergrund, am 1. April den Verkauf von Superlevel zu verkünden (dazu später mehr in meinem privaten Blog). Die meisten Leser hielten es für einen Aprilscherz, manche halten es nachwievor dafür, es hagelte Kritik und Lob und irgendwie ist der werten Zielgruppe nachwievor unklar, was von dieser Aktion zu halten ist. Superlevel, wie es leibt und lebt.
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“Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.” wäre zwar eine angemessen theatralische Einleitung für diesen Artikel, aber auch nur die halbe Wahrheit. Schön ist es, keine Frage — vielleicht sogar am schönsten. Aufhören wollen wir jedoch nicht. Dennoch entschied ich mich für den Verkauf des Projektes Superlevel. April, April, bla, alles nur ein Spaß, bla. Nein, kein Spaß, hier geht’s zur Auktion auf eBay.

