Autorenarchiv

Unsere geschätzten Kollegen von Zockwork Orange riefen vor etwa drei Monaten mit 52Games eine interessante Aktion ins Leben, an der sich Superlevel bis heute nicht beteiligte. Aus Gründen. Zusammengefasst geht es aber darum, dass jede Woche ein Thema vorgegeben wird, zu dem man dann einen gaming-relevanten Artikel beisteuern kann.
Das aktuelle Thema lautet »Schlaf« — und siehe da, plötzlich fühlte ich mich zu einer Teilnahme berufen. Doch anstatt einen schnarchigen Artikel zu verfassen, entschied ich mich für ein Spiel, genauer gesagt ein Text-Adventure. Werte Zielgruppe, ihr wollt es doch auch: Schlafen mit Fabu

Obwohl ich Sonikku za hejjihoggu nur als sporadischen Wegbegleiter meiner Videospielerkarriere bezeichnen würde, freute ich mich über die Ankündigung von Sonic 2 HD. Das kostenlose Fan-Remake macht nämlich eine wirklich gute Figur.
Freudig lud ich also die verfügbare Alpha-Version herunter, startete das Spiel, wurde mit einem Intro-Screen begrußt — gefolgt von tiefschwarzer Dunkelheit und Stille. “Vermutlich ein Absturz.“, dachte ich mir, verbarg das Fenster enttäuscht im Hintergrund und widmete mich der Pornografie Poesie. Etwa fünf Minuten später (!) meldete sich totgesagtes Fenster im Hintergrund mit videospieltypischen Klängen zurück und ich konnte tatsächlich die zwei verfügbaren Levels spielen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ein Download zum jetzigen Zeitpunkt erscheint wenig sinnvoll, aber sobald das fertige Sonic 2 HD zur Verfügung steht, melde ich mich erneut zur Stelle (und spreche sehr wahrscheinlich eine Empfehlung aus). Allerdings könnte ich mir auch gut vorstellen, dass die Herrschaften von Sega dem Projekt einen Riegel vorschieben.

Oh, Schreck! Das einst so idyllische Örtchen Utopia wurde von einem zerstörerischen Sturm heimgesucht. Im Flashspiel Utopian Mining schlüpft ihr in die Rolle des Minen-Roboters Robbie (Name von der Redaktion ausgedacht) und müsst euch tatkräftig am Wiederaufbau von Utopia beteiligen. Seiner Bestimmung folgend bohrt sich der Roboter auf der Suche nach Bodenschätzen also in alle vier Himmelsrichtungen, verkauft, repariert, wertet Equipment auf und löst nebenher Mini-Quests. Sehr schön. Beim Spielen war der pulsierende Pentium-Prozessor in meiner Brust von Einsen und Nullen erfüllt. (Freunden von Kalauern empfehle ich diese Hintergrundmusik.)
Achtung: Der Spielstand lässt sich jederzeit beim ‘Tree of Memory’ speichern.

Hin und wieder soll es auch vorkommen, dass sich deutsche Geldeintreiber auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter um Micro-Investoren bemühen. Aktuell versucht beispielsweise Chris Hülsbeck, auf diese Weise das Projekt Turrican Soundtrack Anthology realisieren zu können. Hülsbeck möchte den kompletten Soundtrack der Turrican-Serie neu arrangieren und als Sammelbox auf den Markt bringen. Für dieses Vorhaben benötigt der Musiker $75.000.

Es soll durchaus vorkommen, dass es mir schwer fällt, die richtigen Worte zu finden, wenn es darum geht, ein Spiel möglichst kompakt und verständlich zu umschreiben. Leave Me Alone ist so ein Spiel.
Dabei handelt es sich um die metaphorische Reduktion eines Veteranen, der aus dem Krieg heimkehrt und als gebrochener Mann sein Dasein fristet. Nach all der schmerzhaften Konfrontation, die ihm im Kampf und in Pausen dazwischen widerfuhr, sehnt er sich nach Ruhe, die ihm nicht gegönnt scheint. Ständig wird er von Mitmenschen für seine Taten an der Front zur Rechenschaft gezogen. Schließlich besucht der Veteran einen Volkshochschulkurs zum Thema Rhetorik und beginnt, seine neuen Widersacher mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.
Hmmm, meine Geschichte gefällt mir besser.
(via)

Über drei Ecken erfuhr ich, dass die beiden Schweden von MythoLogic Interactive an Superfighters Deluxe arbeiten, was mich erstmal relativ unbeeindruckt ließ, da mir der flashbasierte Vorläufer Superfighters nicht geläufig war. Da davon auszugehen ist, dass ich mit meiner Unwissenheit nicht allein dastehe, möchte ich (leicht verspätet) eine Empfehlung aussprechen.
Superfighters ist ein Single-/Multiplayer-Brawler im Retrolook, der einen Heidenspaß macht, sofern man auf der Suche nach brutaler Pixelaction ist. Veschiedene Modi, Areale und ein gut bestücktes Waffenarsenal sollten den gemeinen Killerspieler für ein gutes Stündchen fröhlich stim… OH, MIST! EINE HANDGRẮ̈́͂̒ͮͩ̋́͂ͮ̀͡͏̺̟̬͍̦̳̰͔̜̰͈͕̠͜͡ͅṄͤ̿ͮ̓̀͑̉͋̔̉̓̉͏̲̻̲͖̤͢A̷̧̧̛͙̗͉̪͕̜͎̤̰͎̲̻͋͌̀̇͛.̧̡̠͈̼̼̪̠̿̊͗̄̄̈ͬ͂̍ͬͪ̎̿.̶͈̫̫͙͈̘͎̪̖̥̦͎̯̖̫͒̇̑̅͂̆͛͐̑̏͑̋̂̎͌ͬ͞ ̸ͯͧ̿̔ͨ̂̏̈̒ͦ̚͏̷̷̟͙͇̻͔̠̪̱͙̳̳̞͚̗̬̩̗̺͡.͐̃̄̈̒͑̎ͫ͏̵͍̣͕̣͈̰͉̻͖̻͝ͅ ̢̢ͫͮͣͬ̽ͮ͆̈ͬ̄̊ͨͮ͛ͯ͌ͬ́͜҉̝̺̙͙̳.̧̫̭̣͕͕͍̲͍̲̈͊͛͗ͥ̅ͣͩͬ̑̂͌̃ͮͥ̋̏̾ͮ͟͝͞ͅ

Unter js1k.com wird jährlich ein Wettbewerb ausgetragen, bei dem es gilt, mit (maximal) 1.024 Bytes Javascript etwas möglichst Spektakuläres, Unterhaltsames oder Nützliches zu kreieren. Das diesjährige Motto lautete Love und inzwischen wurden die Top 10 gekürt. Mein persönlicher Favorit, Mine[love]Craft, belegte den 4. Platz.
Ich finde es einfach unglaublich, was Philippe Deschaseaux da aus 1KB zauberte: Zufällig generiertes, endloses Terrain plus Tag/Nacht-Rhythmus plus Zoomfunktion (Page Up/Page Down) plus Perspektivwechsel (Strg) plus Editiermodus (Leertaste: Block setzen, C: Block entfernen, B: Block bewegen). Um den Wahnsinn zu verdeutlichen: Dieser Textbeitrag entspricht 1.031 Bytes.
Weitere Highlights sind das Puzzlespiel Overflow von Paul Sonnentag, das Javascript-Zerhackerpackerdings™ I have a Crush on JS von Aivo Paas und der Speech Synthesizer von Mathieu Henri. Das alles hat zwar wenig bis gar nichts mit dem vorgegenbenen Thema Liebe zu tun, aber den Entwicklern sei verziehen. Nächstenliebe und so.

Liberated Pixel Cup ist ein von den Organisationen Creative Commons, OpenGameArt und der Free Software Foundation initiierter Design-Wettbewerb, der die Spieleentwicklung auf Basis von Creative-Commons-Werken und freien Lizenzen voranbringen soll.
In der ersten Phase des Wettbewerbs werden Designer aufgerufen, grafische (und musikalische) Elemente beizusteuern, aus denen in der zweiten Phase schließlich Spiele entstehen. Eine schöne Idee, die übrigens nicht ganz neu ist. Die Assemblee Competition (2009) basierte auf dem selben Prinzip und brachte so manches Schmuckstück hervor (z.B. Realm of the Mad God). Das Preisgeld soll durch Spenden finanziert werden, derzeit feilen die Organisatoren noch an einem Styleguide, damit die Einreichungen untereinander möglichst kompatibel sind.

Michael Brough entwarf Zaga-33 anlässlich der 7 Day Roguelike Challenge und legt nun mit einer überarbeiteten Version nach, die sich kein Pixel-Stratege engehen lassen sollte. Es handelt sich um ein retro-grafisches ScFi-Roguelike, in dem ein obligatorisches @-Zeichen rundenbasiert durch ein zufällig generiertes Höhlengeflecht manövriert werden muss. Das Spielprinzip erklärt sich sogar Genre-Neulingen binnen weniger Züge von selbst.
Der Download der PC- und Mac-Version ist gratis — wer Zaga-33 auf seinem iPhone oder iPad spielen möchte, muss €0,79 in den Hut des Entwicklers werfen.

Razor1911 stellen erneut ihre Sexyness unter Beweis. Das 62.976 Bytes kleine Werk The Scene Is Dead belegte bei der Revision 2012 zwar nur den dritten Platz, aber allein die musikalische Untermaltung von Dubmood veranlasst mich zur Huldigung.
Ich empfehle übrigens, die Original-Datei auszuführen. (Nicht von etwaigen Viruswarnungen abschrecken lassen. Der Scanner erkennt lediglich das Kompressionsverfahren und vermutet deswegen einen Virus.)
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Die API von Google Maps ist immer wieder eine beliebte Anlaufstelle von Entwicklern. Allerdings bin ich den verspielten Unfug Leid, der uns ständig aufgetischt wird. Ich wünsche mir eine sinnvolle Anwendung. Eine Anwendung, die mir unter Umständen das Leben retten kann. Und siehe da: Map of the Dead könnte sich tatsächlich eines Tages als sehr nützlich erweisen. Schließlich wissen wir doch alle, das es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Menschheit von einer Zombie-Apokalypse heimgesucht wird.
Tja, und wenn es denn irgendwann soweit ist, sind diejenigen im Vorteil, die relevante Orte wie beispielsweise Supermärkte, Apotheken, Tankstellen und Waffengeschäfte auf Anhieb finden. Diese überlebenswichtigen Orte werden auf der modifizierten Karte nämlich hervorgehoben und gewähren somit einen raschen Zugang zu Nahrung und Hustensaft. Prima, da wünscht man sich ja glatt eine Katastrophe herbei. Das Ganze bewirbt übrigens mehr oder weniger dezent ein (noch nicht verfügbares) Multiplayer-Zombie-Spiel für iPhone & iPad.

Als ich vor einigen Tagen davon erfuhr, dass Al Lowe via Kickstarter Geld für ein Remake von Leisure Suit Larry 1 (1987) sammelt, war ich erst freudig erregt und direkt im Anschluss äußerst skeptisch. Es ist doch so: Bei aller Sympathie für Al Lowe und dem innigen Wunsch, ein Stück Videospielgeschichte zu reanimieren, sollte man sich die Fakten vor Augen führen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Erwartungen an das Remake eines Klassikers erfüllt werden, ist verschwindent gering. Hinzu kommt, dass der sexistische und flache Humor der Larry-Serie damals eine gewisse Zielgruppe zu begeistern wusste, doch heutzutage wohl kaum noch jemanden hinter YouPorn hervor lockt.
Die Neuauflage von “Leisure Suit Larry in the Land of the Lounge Lizards” wird enttäuschen, sie kann nur enttäuschen. Die Spieler von damals sind heute zwischen 35 und 120 Jahre alt — sämtliche Umstände, die uns damals große Freude bereiteten, zerfielen längst zu Staub oder wuchsen aus ihren Hosen heraus. (An dieser Stelle bitte einen Peniswitz einfügen.)
Dennoch ließ ich es mir nicht nehmen und warf soeben $15,00 aus dem Fenster. Und ich wünsche Al Lowe, dass die erhofften $500.000 erreicht werden und er sich seinen Herzenswunsch erfüllen kann. Der Mann hat Geschichte geschrieben und er verdient es, Larry Laffer mit pauken.mid und trompeten.mid zu Grabe zu tragen.

Wenn man von Flashgames spricht, darf Fancy Pants Adventures nicht unerwähnt bleiben. 2008 schuf Brad Borne einen Überraschungshit, der sich rasch im Netz verbreitete und vielen Menschen Freude bereitete. Infolge dessen klopfte Electronic Arts an die Tür des unabhängigen Entwicklers und wenn man den Gerüchten Glauben schenken darf, ist Borne heute im Besitz der größten Zäpfchensammlung der Welt.
Aber das soll uns nicht interessieren, schließlich erblickte kürzlich Fancy Pants Adventures 3 das Licht der Welt — und wie schon die Teile zuvor handelt es sich auch hier um ein spaßiges Jump’n'Run-Abenteuer, das sich Freunde des Genres nicht entgehen lassen sollten.

Vor mehr als zwei Jahren berichtete ich über das Fan-Projekt Han Solo Adventures, das damals laut Aussage des Entwicklers zu etwa 20% fertiggestellt war. Trommelwirbel! Himmel, nein, lasst die Genitalien in der Hose — das Spiel ist noch nicht fertig. Aber auch nicht gestorben, wie man nach so langer Zeit hätte annehmen können.
“Han Solo Adventures is a fan-made SCUMM-like adventure game in the tradition Ron Gilbert, Tim Schafer, Hal Barwood, Noah Falsteen and co, and games like The Secret of Monkey Island and Indiana Jones and the Fate of Atlantis.”
Es gibt ein Lebenszeichen, ein paar neue Bewegtbilder und einen Twitter-Account. Damit wären wir dann bei 21% angelangt, das heißt mit der Fertigstellung dürfte im Jahr 2210 gerechnet werden. Immerhin.

Der neunjährige Caine Monroy betreibt im Geschäft seines Vaters eine Spielhalle. Okay, das ist missverständlich, also lasst mich etwas früher anfangen: In den Sommerferien beginnt Caine damit, aus leeren Kartons, Klebeband und Kleinteilen mechanische Arcade-Automaten zu bauen. Caine’s Arcade wächst und wächst, nur zahlende Kunden bleiben aus. Rein zufällig verirrt sich Nirvan Mullick in die Spielhalle und erwirbt für $2 den ersten Fun Pass.
Inspiriert durch dieses Erlebnis bittet Filmemacher Mullick Caines Vater um die Erlaubnis, einen Kurzfilm über Caine’s Arcade zu drehen. Das elfminütige, wunderbare Resultat findet ihr anbei. Mehr sei nicht verraten. Dom hat geheult.
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(via)

Ich finde es ja immer schön, wenn Spiele von alltäglichen Problemen handeln, in die sich jeder sofort hineinversetzen kann. Folgendes Szenario dürfte vielen von euch demnach bekannt vorkommen: Da macht man einen Spaziergang, verläuft sich und ist plötzlich von lauter Todesfallen umgeben. Zum Glück trägt man einen Regenschirm bei sich, der nicht nur vor Regen schützt, sondern ganz nebenbei als Fluggerät fungiert, sofern der Wind mitspielt. Ja, von einem Umbrella Trip kann so manch einer von uns ein Liedchen singen. Trallala.



